Streaming-Business: Kaliforniens Justizminister platzt der Kragen bei Paramount
Bonta bricht Paramount-Gespräche ab, Disney bietet Frühverrentung an, ESPN wird teurer und die großen Streamer bremsen bei Preiserhöhungen.
Bonta sagt Paramount-Treffen ab
Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta hat ein für Montag angesetztes Vergleichsgespräch mit Paramount kurzfristig abgesagt. Am Wochenende waren Details eines vorbereitenden Treffens vom 21. August an die Presse durchgesickert, und Bonta wirft dem Unternehmen genau das vor. „Paramount hat die Vertraulichkeit dieses Treffens nicht gewahrt“ erklärte er.
„Sobald Paramount aufhört, Spielchen zu spielen und sich ernsthaft engagiert, trifft sich mein Büro gerne wieder“, so Bonta weiter. Paramount weist zurück, selbst geleakt zu haben, und zeigt sich weiter gesprächsbereit. Der Vorfall verschärft den Streit um die 111 Milliarden Dollar schwere Fusion mit Warner Bros. Discovery, die derzeit auch juristisch angefochten wird.
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hatte die Hintergrundgespräche zuvor selbst öffentlich bestätigt.
Disney bietet Managern die Frühverrentung an
Disney schnürt im Rahmen seines Sparprogramms ein neues Paket. Führungskräfte ab Direktoren-Ebene, die mindestens 50 Jahre alt sind, zehn Jahre im Unternehmen und in Summe 65 Alters- und Dienstjahre erreichen, können ein freiwilliges Frühverrentungsangebot annehmen. Personalchefin Sonia Coleman kündigte das Programm intern per Memo an und betonte, die Teilnahme sei komplett freiwillig.
Das Paket umfasst eine Abfindung nach Betriebszugehörigkeit, befristete Krankenversicherung zu Mitarbeiterkonditionen sowie die Weitervesting bestehender Aktienoptionen für drei weitere Jahre. Dazu gibt es einen lebenslangen Silver Pass für die Freizeitparks. Der Schritt folgt auf den Abbau von rund 1.000 Stellen im April und weitere Kürzungen im Juli, CEO Josh D'Amaro hatte bereits angekündigt, dass noch mehr Einsparungen folgen.
ESPN wird ab September teurer
Auch ESPN dreht an der Preisschraube. Ab dem 17. September steigt der Preis für ESPN Unlimited von 29,99 auf 31,99 US-Dollar im Monat, das Jahresabo klettert von 299,99 auf 319,99 US-Dollar. Der günstigere Tarif ESPN Select verteuert sich von 12,99 auf 13,99 US-Dollar im Monat.
ESPN Unlimited bündelt neben den linearen Sendern ESPN und ESPN2 auch ESPNU, ESPN Deportes und mehrere College-Football-Kanäle und bietet laut Konzern mehr als 47.000 Live-Events im Jahr. Sportchef Jimmy Pitaro sprach in einem internen Memo von einer starken Position vor dem Herbst mit NFL, College Football und dem US Open.
Netflix, Disney+ und Amazon bremsen die Preisspirale
Eine Analyse des Marktforschers Ampere zeigt einen Kurswechsel bei den drei größten Streaming-Anbietern. Die durchschnittliche Preiserhöhung pro Abo sank von 24 Prozent in der Saison 2023/24 auf 14 Prozent in 2025/26. In absoluten Zahlen wuchs der Aufschlag zwar leicht von 1,67 auf 1,54 US-Dollar im Monat, doch der Trend zeigt klar nach unten.
Werbefreie Tarife verteuerten sich stärker als werbefinanzierte, wodurch die Preislücke zwischen beiden Modellen wächst. Laut Ampere nähern sich die Anbieter der Schmerzgrenze ihrer Kundschaft. „Disney+“ zeigte dabei die deutlichste Kehrtwende zu moderateren Erhöhungen, während Amazon aufgrund der Rolle von Prime im Gesamtgeschäft ohnehin am zurückhaltendsten blieb.
Werbung und die Abrechnung von Passwort-Sharing gewinnen als Einnahmequellen an Bedeutung und nehmen den Druck von der Abo-Preisschraube.