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Fire Country Staffel 4: Wie Edgewater ohne seinen Chief zurechtkommt

Staffel 4 von „Fire Country“ läuft bei Universal TV. Mein Review zum Trauerjahr von Station 42, zum neuen Chief Brett Richards und zum Dammbruch im Staffelfinale.

· 3 Min. Lesezeit

Ich habe „Fire Country“ nie für große Fernsehkunst gehalten, denn das Feuerwehrdrama aus Nordkalifornien erklärt jede Emotion mindestens zweimal, und die Einsätze der Woche folgen einem Bauplan, den ich nach zwei Staffeln auswendig kannte. Staffel 4 macht davon vieles weiter.

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Edgewater trauert um seinen Chief

Bode Leone (Max Thieriot) arbeitet weiter als resozialisierter Ex-Häftling im Feuerwehrdienst seiner Heimatstadt „Edgewater“. Die vierte Staffel setzt kurz nach dem Zabel-Ridge-Feuer ein, bei dem sein Vater Vince (Billy Burke) ums Leben gekommen ist. Stephanie Arcila verabschiedet sich als Gabriela Perez ebenfalls aus der Stammbesetzung.

„Station 42“ steht damit ohne Führungsfigur da, und der Löschbetrieb selbst wackelt. Den freien Posten übernimmt Battalion Chief Brett Richards (Shawn Hatosy, jahrelang in der unterschätzten Serie „Southland“ zu sehen), ein Mann mit einem Führungsstil wie Schmirgelpapier. Parallel laufen ein Revierstreit mit dem benachbarten Drake County und die Frage, wer das Zabel-Ridge-Feuer überhaupt gelegt hat.

Zudem stößt Chloe Mackenzie (Alona Tal) zur Serie. Sie ist eine Lehrerin, die Bode noch aus der Highschool kennt. Ihr verhaltensauffälliger Teenagersohn Tyler (Conor Sherry) erinnert ihn unangenehm an sein jüngeres Ich.

Warum der Trauerbogen die Serie trägt

Der Tod von Vince nimmt der Serie ihren ruhigen Pol, und genau daraus zieht Staffel 4 ihre Kraft. Diane Farr spielt Sharon Leone als Frau, die den Laden zusammenhält und dabei innerlich abrutscht, ohne dass die Serie es je aussprechen müsste. Ihre Szenen sind die besten der Staffel.

Kevin Alejandro bekommt als Manny Perez den zweiten großen Bogen. Seine Selbstzweifel nach den Einsätzen sind konkret genug erzählt, dass sie nicht wie das übliche Serienstraucheln wirken. Und Thieriot spielt Bodes Heimlichtuerei gegenüber seiner Mutter mit einer Nervosität, die der Figur seit Staffel 1 gefehlt hat.

Hatosy hätte als neuer Chief leicht zur Karikatur werden können, die Staffel lässt ihn stattdessen langsam weich werden, und das Team gewöhnt sich an ihn, statt ihn zu bekehren. Mir hat gefallen, dass niemand dafür eine große Rede halten muss.

Wo Staffel 4 sich selbst im Weg steht

Die Einsätze der Woche bleiben das schwächste Element, denn ein Feuer, ein Verschütteter, eine Rettung in letzter Sekunde, dazwischen ein Familienstreit, der zufällig exakt zum Einsatz passt, kennt man alles schon zu viel. Aber vielleicht soll das bei einem Prozedural so sein, damit man auch mal eine Folge verpassen kann. Oder 12.

Auch der Revierstreit mit Drake County zündet irgendwie doch nicht richtig. Er liefert eine solide Episode über Zuständigkeiten und Egos, versandet danach aber, statt zum echten Konflikt zu wachsen, der locker einen Arc anschieben könnte.

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Staffel 4 ist die erwachsenste Runde, die „Fire Country“ bisher hingelegt hat, und trotzdem keine großartige Serie. Die Einsätze bleiben Schablone, die Dialoge sind mühsam. Doch immerhin hat das Familiendrama darunter Gewicht bekommen. Wer bis Staffel 3 dabeigeblieben ist, bekommt hier einen fast frischen Aufguss in die Kuschelwelt, die er schon kennt. Ganz neu einsteigen muss hier niemand.

[bewertung=3.0]