Streaming-Business: Charter besiegelt Cox-Übernahme diese Woche
Charter vollzieht die 34,5-Milliarden-Dollar-Fusion mit Cox Communications, Kalifornien lehnt Paramounts Kaution im Warner-Bros.-Discovery-Streit ab. Der Business-Überblick vom 18. August.
Zwei Fusionen bestimmen heute die Schlagzeilen der Kabel- und Streamingbranche. Charter Communications vollzieht diese Woche die Übernahme von Cox Communications, während sich Paramount und Kalifornien im Streit um die Warner-Bros.-Discovery-Fusion weiter beharken.
Charter übernimmt Cox für 34,5 Milliarden Dollar
Nach der finalen Freigabe der kalifornischen Aufsichtsbehörde am 13. August zieht Charter Communications, die Mutterfirma von Spectrum, den rund 34,5 Milliarden Dollar schweren Zusammenschluss mit Cox Communications noch diese Woche durch. Cox-Mitarbeiter wechseln zum Donnerstag, 20. August, offiziell zu Spectrum.
Charter nannte den Schritt in einer Mitteilung an Cord Cutters News „ein transformatives Geschäft, das Millionen Kunden mehr Wert und Sparmöglichkeiten bringt“.
Die fusionierte Firma wird nach Abonnentenzahl zum größten Kabel- und Breitbandanbieter der USA, mit besonderer Stärke in Südkalifornien von Los Angeles bis San Diego. Zehntausende Kunden sollen künftig von einem gebündelten Mobilfunk- und Breitbandpaket mit Sparzusage profitieren.
Charter wirbt zudem damit, dass der Kundenservice ausschließlich in den USA sitzt. Cox-Abonnenten wechseln in den kommenden Monaten schrittweise auf Spectrum-Marke und Tarife.
Kalifornien knüpfte die Freigabe an Bedingungen wie günstige Breitbandtarife für einkommensschwache Haushalte, Investitionen in symmetrische Gigabit-Geschwindigkeiten sowie Programme für digitale Teilhabe. Auch Vorgaben zu Notstromausfällen und automatischen Gutschriften bei längeren Ausfällen gehören zum Bedingungspaket. Die letzte US-Freigabe hatten wir bereits an dieser Stelle eingeordnet, nun folgt der tatsächliche Vollzug.
Kalifornien weist Paramounts Kautionsforderung zurück
Im Rechtsstreit um die Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery lehnt das kalifornische Justizministerium eine Kaution von 1,88 Milliarden Dollar ab, die Paramount als Ausgleich für Verzögerungsschäden gefordert hatte. Die Behörde wirft dem Konzern vor, sich nachträglich aus einer selbst vereinbarten Stillhaltefrist bis zum Prozessbeginn im März herauskaufen zu wollen.
Das Justizministerium konterte, „Paramount ist mit offenen Augen in dieses Verfahren gegangen“, und sprach von einem Versuch, die Staaten zum Einlenken zu erpressen.
Paramount droht als Alternative, die Vereinbarung platzen zu lassen und die Fusion trotz laufendem Kartellprozess einfach abzuschließen. Der Konzern zahlt eine Gebühr von 7 Millionen Dollar pro Tag an Warner-Bros.-Aktionäre, sollte sich der Abschluss verzögern, macht sich vertraglich aber selbst für diese Klausel verantwortlich.
Bis Juni könnten sich die Kosten auf 1,7 Milliarden Dollar plus 190 Millionen Dollar Finanzierungskosten summieren.
Eine zwölf Staaten umfassende Klägerkoalition unter Führung von Kaliforniens Generalstaatsanwalt sowie die Writers Guild of America wollen die Fusion wegen Wettbewerbsbedenken im Kino- und Kabelgeschäft stoppen. Mexiko hat der Fusion inzwischen zugestimmt, die Klage der US-Staaten bleibt damit die letzte verbliebene Hürde. Wie sich die Beweisaufnahme im Prozess entwickelt, verfolgen wir laufend in unserem Business-Überblick.
Zwei völlig unterschiedliche Baustellen also, ein gemeinsamer Nenner. Die Kabel- und Medienbranche konsolidiert sich weiter, während Regulierer auf beiden Seiten genauer hinschauen als noch vor wenigen Jahren. Wer im Streaming- und Kabelgeschäft mitspielen will, kommt an solchen Milliardendeals kaum noch vorbei.