Streaming-Business: Charter-Cox-Fusion bekommt letzte US-Freigabe
Charter und Cox räumen die letzte Hürde für ihre 34,5-Milliarden-Dollar-Fusion aus. Zudem drängt ein Investor Lionsgate zum Verkauf, und Florian Hager bleibt HR-Intendant.
Das amerikanische Kabelgeschäft bekommt einen neuen Riesen, ein Hedgefonds mischt Hollywood auf, und in Hessen bleibt an der Senderspitze alles beim Alten. Wir fassen die wichtigsten Business-Meldungen des Tages zusammen.
Charter und Cox bekommen grünes Licht aus Kalifornien
Die kalifornische Aufsichtsbehörde CPUC hat am Donnerstag ihr Ja zur Fusion von Charter Communications und Cox Communications gegeben. Das Volumen des Deals liegt bei 34,5 Milliarden US-Dollar. Damit ist die letzte große regulatorische Hürde gefallen, nachdem bereits alle anderen 44 US-Bundesstaaten sowie im Februar die Bundesbehörde FCC zugestimmt hatten.
Kalifornien ließ sich seine Zustimmung allerdings nicht schenken. Charter und Cox verpflichteten sich zu Investitionen von mindestens 275 Millionen US-Dollar in den Netzausbau, zu vergünstigten Breitband-Tarifen für einkommensschwache Haushalte und zu jahrelang kostenlosem Internet für Schulen und Bibliotheken. CPUC-Kommissar Matthew Baker sagte, die Genehmigung „spiegele eine sorgfältige Prüfung wider und sichere die Vorteile im öffentlichen Interesse durch durchsetzbare Bedingungen ab“.
Der Deal soll noch im August abgeschlossen werden. Anschließend firmiert das kombinierte Unternehmen zunächst unter dem Namen Cox, ein Jahr später wechselt die Marke zu Spectrum. Für die Streaming-Branche ist die Fusion vor allem als TV-Vertriebsweg relevant, Charter und Cox werden zusammen zum größten Internet- und Video-Anbieter der USA nach Abonnentenzahl.
Investor drängt Lionsgate zum Verkauf
Während sich Paramount Skydance weiter mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery beschäftigt, gerät ein anderes Studio unter Druck. Der Hedgefonds Anson Funds hält 6,1 Millionen Aktien von Lionsgate und fordert das Studio öffentlich zum Verkauf auf.
Anson-Stratege Sagar Gupta warnte in einem Brief an Lionsgate, die Wall Street halte das Studio „eher für ein Opfer als für einen Profiteur der KI-Entwicklung“. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 3,5 Milliarden US-Dollar gilt Lionsgate seit Jahren als leicht verdauliches Übernahmeziel, zumal Amazon bereits MGM gekauft und Microsoft sich Activision Blizzard einverleibt hat.
Auf Ansons Liste möglicher Käufer stehen unter anderem Netflix, Google, Comcast NBCUniversal, Disney sowie die KI-Firmen OpenAI und Anthropic. Fondsmanager Eric Clark hält Netflix für den besten Käufer, der Streamer habe mit seinem Warner-Angebot bereits gezeigt, wohin die Reise geht.
Lionsgate-Vize Michael Burns wiegelte beim jüngsten Earnings Call ab. Er betonte, „anders als es die Schlagzeilen vermuten lassen, haben wir keine ernsthaften Gespräche geführt“. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 11,72 US-Dollar, nachdem sie im Sommer zeitweise über 16 US-Dollar gestiegen war.
Florian Hager bleibt Intendant des Hessischen Rundfunks
Der Rundfunkrat bestätigte Florian Hager am Freitag mit 29 von 30 Stimmen für eine zweite Amtszeit. Ein Gegenkandidat trat gar nicht erst an. Die neue Amtszeit beginnt am 1. März 2027 und läuft fünf Jahre. Hager, der auch ARD-Vorsitzender ist, kündigte das Ziel eines „generationengerechten HR“ an, der digitaler, nahbarer und flexibler werden solle. Als Leitplanken nannte er die Unabhängigkeit des Senders, die wirtschaftliche Stabilisierung und den Umbau der Strukturen.
Mit ProSiebenSat.1 lieferte sich Hager zuletzt einen öffentlichen Schlagabtausch, als der Sender die Mediatheken von ARD und ZDF ungefragt in Joyn integrierte. Er sprach damals von einem „Anschlag auf das komplette System“.