Erdogan-Doku ab Montag in der ARD Mediathek: Erstmals reden ehemalige Weggefährten
Die vierteilige ARD-Doku ERDOĞAN startet am 29. Juni in der Mediathek. Ehemalige Weggefährten enthüllen Erdoğans Aufstieg zur Macht.
Ab Montag, 29. Juni steht „ERDOĞAN“ in der ARD Mediathek. Die vierteilige Dokumentation des WDR porträtiert einen Mann, der die Türkei seit über 23 Jahren regiert und inzwischen nahezu alle Macht in seinen Händen vereint. Michael Wech und Kristina Karasu haben für diese Produktion ehemalige Weggefährten Recep Tayyip Erdoğans vor die Kamera gebracht, die so offen über ihn reden, wie das bisher niemand getan hat.
Wann und wo läuft die Doku?
Alle vier Folgen stehen ab Montag, 29. Juni 2026 in der ARD Mediathek auf Abruf bereit, jeweils rund 35 Minuten lang. Wer die Doku lieber im Fernsehen sehen will, hat zwei Optionen. Das Erste zeigt am Mittwoch, 8. Juli 2026 zwei Folgen ab 22:50 Uhr. Den vollständigen Vierteiler gibt es dann am Mittwoch, 15. Juli 2026 ab 22:15 Uhr im WDR Fernsehen. Die Produktion läuft in einer deutschen und einer türkischen Sprachfassung.
Worum geht es?
Recep Tayyip Erdoğan wuchs in Kasimpaşa auf, einem ärmlichen Istanbuler Hafenviertel. Heute ist er der mächtigste türkische Staatsmann seit Atatürk, ein Präsident, der nahezu alle Befugnisse auf sich vereint und sein Land nach Ansicht seiner Kritiker in eine Autokratie verwandelt hat. Genau diese Frage treibt die Doku an. Wie kam es dazu?
Wech und Karasu erzählen die Geschichte seines Aufstiegs als charaktergetriebenes Porträt, kein Pamphlet, kein Lobgesang. Die Macher legten die Doku bewusst unvoreingenommen und analytisch an, mit Triumphen, Niederlagen und politischen Wendepunkten. Dabei gehen sie auch der Frage nach, welche Rolle die türkische Community in Deutschland spielt und was Ereignisse wie der Arabische Frühling, die Gezi-Park-Proteste oder der Putschversuch von 2016 mit Erdoğan als Mensch gemacht haben.
Wer spricht im Film?
Das ist der eigentliche Trumpf dieser Produktion. Ehemalige Wegbegleiter, die Erdoğan über Jahrzehnte nahestanden, haben sich zum ersten Mal für Interviews bereitgefunden. Darunter Bülent Arınç, einst stellvertretender türkischer Ministerpräsident, Turhan Çömez, Erdoğans ehemaliger Privatsekretär, sowie Nihal Olçok, die Witwe seines langjährigen Wahlkampfstrategen.
Dazu kommen internationale Stimmen. Der frühere US-Verteidigungsminister Leon Panetta kommt ebenso zu Wort wie Martin Schulz, ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments und langjähriger Türkei-Kenner. AKP-Mitgründerin Fatma Bostan Ünsal und der frühere Kulturminister Ertuğrul Günay gewähren persönliche Einblicke. Aus dem Exil in Berlin berichtet der türkische Journalist Can Dündar, der die Türkei 2016 verlassen musste.
„ERDOĞAN“ ist eine BROADVIEW-Produktion in Koproduktion mit dem WDR, gefördert von der Film- und Medienstiftung NRW und dem German Motion Picture Fund.