Streaming-Business: Paramount-WBD-Fusionsstreit spitzt sich zu
Bonta und Paramount ohne Vergleichstermin, Banker prüfen Verkauf von New Line Cinema, Netflix will Peacock und Fox One einbinden.
Kein Termin für Vergleichsgespräche
Der Rechtsstreit um die 110 Milliarden Dollar schwere Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery kommt nicht zur Ruhe. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta erklärte am Dienstag, es gebe aktuell keinen vereinbarten Termin für neue Gespräche mit Paramount.
Bonta hatte ein für Montag geplantes Vergleichstreffen kurzfristig abgesagt, weil laut ihm Details der Gespräche an die Presse durchgesickert waren.
„Sie wollten die Vergleichsgespräche führen, und wir waren bereit, sie anzuhören. Doch sie haben Lügen an die Presse durchgestochen, während wir in Verhandlungen waren, und das ist nicht in Ordnung“, sagte Bonta laut Deadline. Paramount wies die Vorwürfe zurück und erklärte, nicht die Quelle der Lecks zu sein.
Neue Gespräche seien laut Bonta bereits diese Woche möglich, sobald der Konzern die undichten Stellen gefunden und geschlossen habe.
Investmentbanker bereiten Verkäufe vor
Während der Rechtsstreit andauert, bereiten sich Investmentbanker laut einem Bloomberg-Bericht bereits auf mögliche Vermögensverkäufe im Falle eines Vergleichs vor. Käufer wurden demnach zu New Line Cinema angesprochen, dem Studio hinter „Es“ und „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“. Auch an WBD-Kabelsendern gibt es offenbar Interesse, darunter Comedy Central.
Bonta selbst zeigte sich gegenüber TheWrap offen für eine Abspaltung eines erheblichen Teils der rund 50 Basic-Cable-Sender des fusionierten Konzerns, wollte aber keine konkreten Kanäle nennen. Ein Verkauf von CNN allein würde den Bedenken der Bundesstaaten laut Bonta jedenfalls nicht genügen, Paramount lehnt eine Trennung vom Nachrichtensender ohnehin ab.
Netflix will offenbar Peacock und Fox One einbinden
Auch abseits des Fusionsstreits bewegt sich einiges im Streaming-Geschäft. Netflix verhandelt Berichten der New York Times zufolge mit NBCUniversal und Fox darüber, die Konkurrenzdienste Peacock und Fox One künftig in die eigene App einzubinden. Vorbild ist Amazons Prime-Video-Channels-Modell, über das sich unter anderem Abos für HBO Max oder Apple TV buchen lassen, während Amazon an den Einnahmen beteiligt wird.
In Frankreich bindet Netflix bereits seit Juni einen lokalen Sender ein, und auch YouTube arbeitet Berichten zufolge an einer ähnlichen Bündel-Plattform für fremde Streamer. Sollte das Modell auch in den USA kommen, würde Netflix vom reinen Streaming-Anbieter zusehends zum Schaufenster für die gesamte Konkurrenz.