Streaming-Business: Kinoketten stützen Paramount-WBD-Fusion, Gegner drängen auf Ablehnung
AMC stellt sich hinter die Paramount-Warner-Fusion, Gegner mobilisieren dagegen. Zudem, Banijay schließt den All3Media-Deal ab, und Sky will ITV übernehmen.
Die Fusionswelle in der Medienbranche rollt weiter, und diese Woche bewegt sich gleich an drei Fronten etwas. Wir fassen zusammen, was hinter den Kulissen der großen Deals passiert.
Kinoketten stellen sich hinter Paramount und WBD
Im Ringen um die 110 Milliarden Dollar schwere Fusion von Paramount Skydance und Warner Bros Discovery haben große US-Kinoketten wie AMC den Deal öffentlich unterstützt. Für die großen Ketten überwiegt offenbar die Aussicht auf stabile Studiopartner, kleinere Indie-Kinos sehen das skeptischer, ihnen fehlt die Verhandlungsmacht der Großen bei Konditionen und Auswertungsfenstern.
Auf der Gegenseite formiert sich Widerstand. Die Block „The Merger Coalition“ hat eine Petition gestartet und fordert die zuständigen zwölf Generalstaatsanwälte auf, Zugeständnisse von Paramount als unzureichend zurückzuweisen.
Wir haben sie in der Zwickmühle, aber Larry Ellison hat immer wieder bewiesen, dass er sein Vermögen und seinen Einfluss nutzt, um Verbündete zu kaufen und die öffentliche Debatte zu steuern
Die Koalition beruft sich unter anderem auf Analysen der Writers Guild of America und argumentiert, Zugeständnisse in Fusionsverfahren seien in der Praxis kaum durchsetzbar. Der Machtkampf um einen der größten Medien-Deals des Jahres geht damit in eine entscheidende Phase, ein Prozessausgang ist weiterhin offen.
Banijay schließt All3Media-Fusion ab
Die 8-Milliarden-Dollar-Fusion von Banijay Entertainment mit All3Media ist offiziell vollzogen. Patrick Holland bleibt Executive Chairman und CEO von Banijay UK und berichtet künftig an Banijay-Konzernchef Marco Bassetti. Damit verantwortet Holland rund 40 Labels des kombinierten Unternehmens, darunter Initial und Neal Street Productions, die Produktionen wie Peaky Blinders, MasterChef und Big Brother im Portfolio haben.
Im Zuge der Fusion schließt Banijay das New Yorker Büro von All3Media International, mehrere Stellen fallen weg, darunter die von EVP Americas Jennifer Askin. Wie sich das eher föderale Modell von All3 mit dem stärker kollektiven Ansatz bei Banijay verträgt, dürfte den internationalen Markt noch eine Weile beschäftigen.
Sky steht vor der Übernahme von ITV
Der britische Sender ITV steht kurz vor der Übernahme durch den Comcast-Konzern Sky, die Zustimmung der Regulierungsbehörden steht allerdings noch aus und könnte bis zu einem Jahr dauern.
ITV-Chef Kevin Lygo äußerte sich beim Edinburgh TV Festival zuversichtlich zur Zukunft des Senders unter dem neuen Eigentümer, gleichzeitig räumte er ein, dass die Ungewissheit bis zum Abschluss des Deals im Haus spürbar sei.
Bis zum Vollzug führt ITV sein Geschäft nach Lygos Worten weiter getrennt von Sky, die Programmstrategie für 2027 und weite Teile von 2028 bleibe unverändert. Sky müsse zudem ITVs Sendelizenz bis mindestens 2034 respektieren, samt der darin verankerten Verpflichtungen zu Nachrichten und unabhängiger Produktion außerhalb Londons.