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Outer Banks Staffel 5: Ein starkes Ende, dem der Sonnenuntergang fehlt

Outer Banks Staffel 5 auf Netflix im Test. Heiratsantrag, Naturkatastrophe und Clip-Show im Finale, dazu meine Kritik am fehlenden Sonnenuntergang.

· 4 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
  1. John B, Sarah und der letzte Schatz
  2. Der Heiratsantrag ist die schönste Szene
  3. Clip-Show und Zukunftsausblick im Finale
  4. Kein Segeln in den Sonnenuntergang
  5. Für wen sich die fünfte Staffel lohnt

Fünf Staffeln lang habe ich für die Pogues mitgefiebert, und fünf Staffeln lang hatte ich nie auch nur eine Sekunde Zweifel, auf welcher Seite ich stehe. Wer mag schon die Kooks? „Outer Banks“ hat diese Grundhaltung nie versteckt, und die letzte Staffel bleibt ihr treu bis zur letzten Minute. Jedenfalls meistens.

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John B, Sarah und der letzte Schatz

Die Clique um John B. Routledge jagt auf einer Insel vor North Carolina seit Staffel eins Geheimnissen und verlorenen Schätzen hinterher. Chase Stokes und Madelyn Cline tragen das als John B und Sarah Cameron auch im Abschluss, dazu Madison Bailey als Kiara, Jonathan Daviss als Pope, Carlacia Grant als Cleo und Drew Starkey als Rafe.

Zehn Episoden, ein Ende. Mehr Vorwissen braucht Ihr nicht, um zu verstehen, worum es geht. Sehr viel mehr Vorwissen braucht Ihr allerdings, damit Euch das alles etwas bedeutet, denn die eigentliche Währung dieser Serie war nie der Schatz. Es war die Frage, ob diese Gruppe zusammenbleibt, während alles um sie herum versucht, sie auseinanderzutreiben. Action und Abenteuer sind das Genre, aber die Loyalität der Gruppe war immmer der Mittelpunkt.

Der Heiratsantrag ist die schönste Szene

Der Heiratsantrag hat mich erwischt. Ruhig gespielt, ohne den Pathos-Überschuss, den eine Serie mit diesem Temperament hier locker hätte auffahren können. Genau deshalb funktioniert diese Szene für mich. Ohne Tränen aber doch mit offenem Mund.

Handwerklich stark sind auch die Zerstörungen nach der Naturkatastrophe. Das sieht nach Folgen aus, nicht nach Kulisse, und diese Serie hat sich mit ihren Schauwerten noch nie zurückgehalten. Zerstörung als Bild funktioniert nur, wenn danach etwas anders aussieht als vorher, und genau das leistet die letzte Staffel.

Was mir zudem gefällt, ist die Ruhe, die sich diese Abschlussstaffel an den richtigen Stellen nimmt. Fünf Staffeln lang war die Serie im Dauerlauf. Jetzt darf gelegentlich ein Moment einfach stehen bleiben, und Chase Stokes und Madelyn Cline halten diese Momente ohne Mühe.

Und Rafe Cameron, gespielt von Drew Starkey, bleibt das personifizierte Argument dafür, warum ich nie in Versuchung geriet, die Sache aus Sicht der Kooks zu betrachten. Diese Figur hat die Serie über fünf Staffeln gebraucht, um zu funktionieren, und sie funktioniert bis zum Schluss. Schauspielerisch für mich eine der besten Figuren. Nur eben kein Mitfiebern.

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Clip-Show und Zukunftsausblick im Finale

Das Finale gönnt sich einen Ausblick in die Zukunft der Figuren, und es gönnt sich eine Clip-Show. Beides passt. Nach fünf Staffeln darf eine Serie den Bogen sichtbar schließen, und dieser Rückblick wirkt nicht wie Laufzeitfüller, sondern wie eine Verabschiedung von Leuten, die man lange begleitet hat.

Diese Mischung aus Abschied und Ausblick ist genau der Ton, in dem eine Jugend-Abenteuerserie aufhören sollte. Nicht mit dem nächsten Cliffhanger, sondern mit einer Antwort darauf, was aus diesen Leuten wird.

Das Publikum sieht das offenbar ähnlich. Bei IMDb steht die Staffel bei 8,2, das Finale allein bei 9,0. Bei Rotten Tomatoes liegt der Publikumswert dagegen zwischen 33 und 38 Prozent, ein Auseinanderklaffen und Fangirlish hält die Staffel schlicht für ein Durcheinander. Ich nicht.Ja es wirkte teilweise gehetzt aber noch eine Staffel hätte die Serie einfach nicht vertragen.

Kein Segeln in den Sonnenuntergang

Eine Sache nehme ich dieser Staffel übel. Am Ende wird nicht in den Sonnenuntergang gesegelt. Ausgerechnet dieses Bild, ausgerechnet bei dieser Serie, die vom Wasser lebt und von der Idee, dass man irgendwann ablegt und nicht zurückschaut. Es hätte gepasst wie kaum etwas anderes, und es fehlt, trotz der Clip-Show.

Es ist keine große Sache im Sinne der Handlung, und trotzdem ärgert es mich mehr als jeder Logiksprung. Manche Serien schulden ihrem eigenen Mythos ein bestimmtes letztes Bild.

Abbrechen würde ich trotzdem an keiner Stelle. Wer angefangen hat, muss das hier zu Ende schauen. Ich würde sogar in einigen Jahren einen Rewatch starten. Nicht weil ich nicht mehr weiß, was passiert, sondern wegen des Feelings, der Figuren und der Landschaft.

Für wen sich die fünfte Staffel lohnt

Starkes Ende, aber es musste jetzt auch das Ende sein. Die Serie war auserzählt, und sie hört an der richtigen Stelle auf, statt sich noch einer oder gar zwei Runden weiterzuschleppen.

Lohnt für alle, die seit Staffel eins auf der Seite der Pogues stehen und ein Ende sehen wollen, das die Serie ernst nimmt.

4,0 von 5