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PlayStation löscht über 500 gekaufte Filme, Warnung geht auch an Prime Video

Über 500 gekaufte Filme verschwinden bei PlayStation, weil eine Lizenz ausläuft. Deutschland kennt das seit 2022, auch Prime-Video-Käufe sind nicht sicher.

· 2 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
  1. Über 500 Filme verschwinden aus PlayStation-Bibliotheken
  2. Deutschland kennt das Problem bereits seit 2022
  3. Der Kaufen-Button täuscht über die Rechtslage
  4. Auch Prime Video Kunden sind nicht sicher
  5. Was Ihr tun könnt, wenn Ihr wirklich Eigentum wollt

Wer einen Film digital „kauft“, besitzt ihn nicht wirklich. Ein aktueller Fall aus Großbritannien zeigt das gerade schmerzhaft deutlich, und Euch als Prime-Video-Kunden betrifft die Sache am Ende genauso.

Über 500 Filme verschwinden aus PlayStation-Bibliotheken

Britische PlayStation-Nutzer verlieren ab Dienstag, 1. September 2026, mehr als 500 gekaufte Filme und Serien aus ihren Bibliotheken. Der Grund ist unspektakulär und trotzdem ärgerlich, die Lizenzvereinbarung zwischen Sony und dem Rechteinhaber StudioCanal läuft aus.

Betroffen sind bekannte Titel wie „Paddington“, „Pan's Labyrinth“, „Apocalypse Now“ und „Silver Linings Playbook“. Laut einer Mitteilung auf der PlayStation-Website entfernt Sony die Inhalte zum Stichtag aus allen Nutzerbibliotheken, egal ob die Kunden dafür bezahlt haben oder nicht.

Deutschland kennt das Problem bereits seit 2022

Für deutsche PlayStation-Nutzer ist das keine neue Erfahrung. Bereits am Mittwoch, 31. August 2022, verschwanden hierzulande mehr als 300 gekaufte StudioCanal-Titel aus den Bibliotheken, darunter „John Wick“, „Der Pianist“, „La La Land“ und alle vier „Die Tribute von Panem“-Filme.

Sonys offizielle Erklärung an die betroffenen Kunden war damals denkbar dünn. Der Konzern bedankte sich lediglich für die fortlaufende Unterstützung, ohne ein Wort zur Entschädigung zu verlieren.

Der Kaufen-Button täuscht über die Rechtslage

Viele Käufer wissen gar nicht, dass sie beim digitalen Erwerb eines Films oder einer Serie kein Eigentum bekommen, sondern nur eine Lizenz. In den Nutzungsbedingungen von PlayStation steht das schwarz auf weiß, Inhalte sind lizenziert, nicht verkauft.

Sony behält sich ausdrücklich vor, Titel zu entfernen, sobald die Lizenzvereinbarung mit dem jeweiligen Rechteinhaber ausläuft. Klingt nach Kleingedrucktem, hat aber sehr reale Folgen für jeden, der glaubte, mit dem Kauf sei die Sache erledigt.

Auch Prime Video Kunden sind nicht sicher

Das Modell ist bei praktisch allen großen Plattformen identisch, und Amazon macht da keine Ausnahme. In den deutschen Nutzungsbedingungen für Prime Video schreibt der Konzern, dass gekaufte Inhalte aufgrund von Lizenzbeschränkungen des jeweiligen Anbieters jederzeit nicht mehr verfügbar sein können, eine Haftung übernimmt Amazon dafür nicht.

Der „Kaufen“-Button suggeriert also überall dasselbe Missverständnis. Tatsächlich zahlt Ihr für ein Nutzungsrecht, das an einen Lizenzvertrag zwischen Plattform und Rechteinhaber gekoppelt ist. Läuft dieser Vertrag aus, kann der Titel verschwinden, ganz ohne Vorwarnung und ohne Geld zurück.

Was Ihr tun könnt, wenn Ihr wirklich Eigentum wollt

Eine gesetzliche Pflicht zur Entschädigung besteht bislang nicht, und Verbraucherschützer kritisieren schon seit Jahren, dass die Bezeichnung „Kaufen“ in die Irre führt. Wer sichergehen will, dass ein Lieblingsfilm dauerhaft verfügbar bleibt, kommt an physischen Medien kaum vorbei.

Eine Blu-ray oder DVD gehört nach dem Kauf tatsächlich Euch, unabhängig davon, welche Lizenzverträge irgendwo zwischen Studios und Plattformen gerade auslaufen. Ein bisschen retro, zugegeben, aber wenigstens verlässlich.