Michael Byrne gestorben: Harry-Potter- und Indiana-Jones-Darsteller wurde 82
Der britische Charakterdarsteller Michael Byrne ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Bekannt wurde er durch Rollen in „Indiana Jones“, „Braveheart“ und „Harry Potter“.
Michael Byrne ist tot. Der britische Charakterdarsteller starb bereits am Samstag, 20. Juni, wie die Zeitung „The Guardian“ als Erste berichtete. Byrne wurde 82 Jahre alt, eine Todesursache ist bislang nicht bekannt.
Dem deutschen Publikum ist Byrne vor allem aus drei großen Franchises vertraut. In „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ von 1989 spielte er den skrupellosen Nazi-Offizier Oberst Ernst Vogel, dessen Ende ihn in einen Zusammenstoß mit einem Panzer führt. In „Braveheart“ von 1995 gab er den Soldaten Smythe, der sich an der Frau von William Wallace vergreifen will und dafür mit einer Axt im Rücken bezahlt. Und im ersten Teil von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1“ verkörperte er den betagten dunklen Zauberer Grindelwald, der unter der Bedrohung durch Voldemort seinen einstigen Freund Dumbledore verrät.
Vom Nationaltheater zur Nazi-Rolle
Byrne kam am 7. November 1943 in Hampstead im Norden Londons zur Welt und begann seine Karriere in den frühen 1960er Jahren am Theater. Er spielte in Laurence Oliviers National Theatre Company am Old Vic, unter anderem an der Seite von Maggie Smith und Robert Stephens. 1971 stand er im Londoner West End gemeinsam mit Alan Bates in „Butley“ unter der Regie von Harold Pinter auf der Bühne, drei Jahre später übernahmen beide ihre Rollen auch für die Verfilmung.
Über Jahrzehnte hinweg prägte Byrne das britische Genrekino mit markanten Nebenrollen. In den Siebzigern war er in Kriegsfilmen wie „Der Adler ist gelandet“ und „Die Brücke von Arnheim“ zu sehen, in den Neunzigern unter anderem im James-Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“ sowie als KZ-Überlebender in Bryan Singers „Der Musterschüler“, der darin hilft, einen von Ian McKellen gespielten NS-Kriegsverbrecher zu Fall zu bringen. Später wirkte er in Martin Scorseses „Gangs of New York“ und in Dustin Hoffmans Regiedebüt „Quartet“.
Fürs Fernsehen war Byrne von 2008 bis 2010 als Ted Page bekannt, der langjährig verschollene Ex-Liebhaber von Audrey Roberts und Vater von Gail Platt in der Seifenoper „Coronation Street“. Zuvor hatte er bereits in der Krankenhausserie „Casualty“ mitgewirkt.
Wie „The Guardian“ berichtete, kümmerte sich Carole Nimmons in Byrnes letzten Lebensjahren um ihn. Er hinterlässt seine Töchter Tara und Bryony sowie die Enkelkinder Tom, Chloe und Jasmine.
Wer sich noch einmal an Byrnes Rollen erinnern will, findet „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“, „Braveheart“ und „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1“ je nach Anbieter zum Leihen oder Streamen, die Verfügbarkeit der großen Franchises wechselt allerdings deutlich häufiger als bei Serien.