Crunchyroll-Gründer Kun Gao startet neue Anime-Lizenzplattform AniBiz

Crunchyroll-Gründer Kun Gao hat mit AniBiz eine neue B2B-Plattform für Anime-Lizenzen gestartet. Toei, Aniplex und Pony Canyon sind schon dabei.

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Kun Gao kennt den Anime-Markt wie kaum ein Zweiter, schließlich hat er Crunchyroll mitgegründet und jahrelang geführt. Über seine Firma Nakama startete er am Donnerstag, 2. Juli, die Plattform AniBiz.com, laut eigener Beschreibung „der erste dedizierte B2B-Marktplatz speziell für die globale Anime-Industrie“.

Was AniBiz lösen will

Wer schon einmal versucht hat, Anime-Lizenzen für ein anderes Land oder ein neues Produkt zu sichern, kennt das Problem. Rechte verteilen sich über Territorien, Formate, Produktkategorien und Zeitfenster, oft bei unterschiedlichen Ansprechpartnern gleichzeitig. Bislang lief vieles über persönliche Kontakte, ein System, das an seine Grenzen stößt, während der globale Anime-Markt weiterwächst. Für 2026 taxieren Branchenschätzungen ihn auf über 35 Milliarden US-Dollar.

AniBiz will genau hier ansetzen und den Lizenzhandel in einer zentralen, verifizierten Umgebung bündeln. Neue, globale Käufer sollen offiziellen Zugang zu Anime-IP bekommen, ohne sich erst mühsam durchs Beziehungsgeflecht der Branche zu fragen. Die Plattform positioniert sich zudem mit datengetriebenen Markt- und Territorien-Einblicken, die Lizenznehmern bei der Einschätzung einzelner Rechte helfen sollen.

Wer hinter der Plattform steht

Die Führung teilen sich drei Personen. Kun Gao übernimmt die Rolle des President, Brady McCollum ist CEO, Sae Whan Song verantwortet als Head of Business Development das Tagesgeschäft mit den Lizenzgebern. Gao selbst bringt aus seiner Crunchyroll-Zeit tiefe Branchenkenntnis mit, er kennt sowohl die Bedürfnisse westlicher Streamingdienste als auch die japanischer Rechteinhaber.

Wer schon mitmacht

Zum Start hat AniBiz bereits eine stattliche Liste an Lizenzgebern gewonnen. Dazu zählen Aniplex of America, Toei Animation, Pony Canyon, TOHO Global sowie die japanischen Sender Tokyo Broadcasting System, TV Asahi, TV Tokyo und Yomiuri Telecasting. Auch Namen wie Avex Pictures, CyberAgent, Dentsu Anime Solutions, Hakuhodo DY Music & Pictures und Takara Tomy stehen auf der Partnerliste. Mit dieser Bandbreite deckt die Plattform vom Anime-Studio über den TV-Sender bis zum Merchandise-Konzern gleich mehrere Ebenen der Wertschöpfungskette ab.

Warum das für den Anime-Markt zählt

AniBiz versucht, eine Branche zu professionalisieren, die lange von informellen Netzwerken lebte. Ob AniBiz sich als echter Standard durchsetzt, hängt davon ab, wie viele Lizenzgeber und Käufer langfristig mitziehen. Immerhin hat Gao mit Crunchyroll bereits einmal bewiesen, dass er Anime-Vertrieb im großen Stil aufziehen kann. Für deutsche Streaminganbieter und Lizenznehmer könnte eine zentrale, verifizierte Anlaufstelle den Einkauf japanischer Serien und Filme künftig erheblich vereinfachen.