Disney Channel wird zu Disney TV: Mehr Marvel, mehr Drama, auch für Erwachsene
Disney macht aus dem Disney Channel den Sender Disney TV und öffnet das Programm für Erwachsene. Mehr Drama, Marvel und Star Wars, dazu ein neues Werbegeschäft.
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Disney macht aus dem Disney Channel einen neuen Sender. In Deutschland, Österreich und der Schweiz heißt das lineare Programm künftig nicht mehr Disney Channel, sondern Disney TV. Der bisherige Kindersender bekommt damit auch offiziell ein erwachseneres Gesicht.
Ein Sender für die ganze Familie, nicht nur die Kleinen
Bislang stand der Disney Channel vor allem für Zeichentrick und Familienfilme. Daran ändert sich grundsätzlich nichts, wachsen soll aber das Angebot drumherum. Country-Managerin Eun-Ky Park brachte es beim Screenforce Festival in Düsseldorf auf den Punkt, „Der Sender wird erwachsen“.
Feste Sendeplätze für Kinder- und Familienprogramm bleiben laut Park bestehen, ergänzt um Inhalte, die bislang eher bei Streamingdiensten liefen.
Konkret wandert Programm aus den Häusern FX, Marvel Studios und dem Star-Wars-Universum ins Free-TV, dazu kommen mehr Dramaserien und Dokumentationen. Wer bislang den Disney Channel mit Highschool-Comedy und Zeichentrick verband, muss sich also umgewöhnen.
Brücke zwischen Fernsehen und Streaming
Der Namenswechsel ist die logische Fortsetzung eines Schritts vom Frühjahr 2026. Damals integrierte Disney den linearen Kanal in Deutschland in Disney+, Abonnenten können das Programm seither ohne Zusatzkosten direkt über die Streaming-App verfolgen.
An den klassischen Empfangswegen ändert sich nichts. Disney TV bleibt über Satellit, Kabel, IPTV und internetbasierte Angebote im gesamten deutschsprachigen Raum verfügbar und wird so zur Brücke zwischen Fernsehen und Streaming.
Es geht ums Geld
Ganz uneigennützig ist der Umbau nicht. Mit Programm für Zuschauer ab 16 Jahren vergrößert Disney vor allem das verfügbare Werbeinventar.
Ab Spätsommer 2026 rollt der Konzern zudem eine eigene Werbetechnologie für die Region EMEA aus. Kernstück ist der sogenannte „Disney Audience Graph“, der in Disney+ eingebaut wird und datenbasiertes Targeting nach US-Vorbild ermöglichen soll. Werbekunden sollen ihre Kampagnen damit gezielter aussteuern und den Erfolg besser messen können.
Dass sich der Aufwand lohnen könnte, zeigen die aktuellen Abo-Zahlen. Seit Anfang 2025 legte Disney+ in Europa, dem Nahen Osten und Afrika um mehr als ein Viertel bei den Abonnentenzahlen zu. Die Zuschauer verbringen im selben Zeitraum zudem über 10 Prozent mehr Zeit auf der Plattform.
Neue Serien für den neuen Sender
Passend zum Rebrand kündigte Disney+ auch gleich neue deutschsprachige Eigenproduktionen an. Allen voran „Under the Ice“, ein sechsteiliger Thriller, den die Schweizer Produktionsfirma C-Films vor der Kulisse des Matterhorns dreht.
Im Zentrum steht die Bergretterin Eve Lehner, die das Verschwinden des wohlhabenden Unternehmers Paul Welsch untersucht. Die Dreharbeiten sollen in Kürze beginnen, die Serie startet zunächst bei Disney+ und dürfte anschließend einen Sendeplatz bei Disney TV bekommen.
Dazu kommen „City of Blood“, „Vienna Game“, „Yacht Dreams Monaco“ sowie eine Verfilmung der New-Adult-Romanreihe „Westwell“. Ergänzt wird das Programm durch neue Staffeln bekannter Titel wie „Only Murders in the Building“, „Grey's Anatomy“, „The Bear“ und „Alien: Earth“.
Wann startet Disney TV?
Ein festes Datum für die Umbenennung nennt Disney bislang nicht. Nach ersten Angaben soll der neue Name aber noch Ende 2026 an den Start gehen. Bis dahin läuft der Sender vorerst weiter unter dem alten Namen, das Programm dürfte sich schrittweise schon vorher ändern.
Ob die Rechnung aufgeht, entscheidet am Ende der Werbemarkt, nicht das neue Logo. Immerhin zeigt der Aufwand rund um Audience Graph und die neuen Eigenproduktionen, dass Disney den deutschsprachigen Raum nicht kampflos dem Streaming überlässt.