Netflix-Erfolgsserie „Das Monster von Florenz“: Neues Kapitel dreht schon und nimmt den berüchtigtsten Verdächtigen ins Visier
Netflix bestellt ein zweites, dreiteiliges Kapitel von „Das Monster von Florenz“. Regisseur Stefano Sollima rückt den Verdächtigen Pietro Pacciani ins Zentrum.
Netflix hat grünes Licht für ein neues Kapitel seiner italienischen Originalserie „Das Monster von Florenz“ gegeben. Regisseur Stefano Sollima inszeniert drei weitere Episoden, und die Dreharbeiten laufen bereits. Diesmal rückt einer der bekanntesten Verdächtigen des ganzen Falls in den Mittelpunkt.
Die erste Staffel feierte 2025 ihre Premiere beim Filmfestival in Venedig, bevor sie auf Netflix landete. Dort kletterte die vierteilige Miniserie rasch an die Spitze der globalen Charts für nicht-englischsprachige Serien. Für den Streamingdienst war das Grund genug, weiterzumachen.
Worum es im neuen Kapitel geht
Die erste Staffel beleuchtete die sogenannte Sardische Spur. Jede der vier Episoden erzählte die Geschichte eines Mannes, den die Ermittler zu irgendeinem Zeitpunkt für den Täter hielten. Das neue Kapitel springt nun zeitlich nach vorn und widmet sich der Spur um die „Compagni di merende“, auf Deutsch die berüchtigten Picknick-Freunde.
Im Zentrum steht Pietro Pacciani, ein toskanischer Landarbeiter. Ein Gericht verurteilte ihn 1994 für sieben der acht Doppelmorde. Das Berufungsverfahren hob das Urteil 1996 wieder auf, und Pacciani starb 1998, bevor es zur Neuverhandlung kam. Netflix beschreibt ihn als eine Figur, die von den Medien ebenso seziert wie von Geheimnissen umgeben war.
Warum der Fall bis heute spaltet
Sollima versteht die Reihe als Anthologie mit abgeschlossenen Geschichten, jede einem anderen Verdächtigen gewidmet. „Nach den sardischen Verdächtigen springen wir diesmal in der Zeit nach vorn, zum vielleicht bekanntesten, umstrittensten und meistdiskutierten Kapitel des ganzen Falls“, erklärte der Regisseur. Gemeint sind Pacciani und seine mutmaßlichen Komplizen.
Der Prozess teilte die italienische Öffentlichkeit über Jahrzehnte. „Vielleicht bleibt gerade Paccianis Fall deshalb der verstörendste. Seine Schuld wurde nie bewiesen, aber auch nie völlig ausgeschlossen“, so Sollima. Die Ermittlungen zum Monster von Florenz zogen sich über 30 Jahre.
Der Hintergrund des Falls
Das Monster von Florenz ist der Name, den die Öffentlichkeit dem mutmaßlichen Serienmörder gab. Zwischen den späten 1960ern und Mitte der 1980er verübte er über einen Zeitraum von 17 Jahren acht Doppelmorde. Seine Opfer waren Paare, die in abgelegenen Ecken rund um Florenz in geparkten Autos saßen. Der Täter benutzte stets dieselbe Waffe, eine Beretta im Kaliber .22.
Wer dahintersteht
Sollima holt für das neue Kapitel sein bewährtes Team zusammen. Autor Leonardo Fasoli und Kameramann Paolo Carnera arbeiteten mit ihm bereits an „Gomorrha“ und am Drogenthriller „ZeroZeroZero“. Sollima selbst inszenierte zudem Hollywood-Stoffe wie „Sicario 2“ und „Without Remorse“.
Produziert wird das Ganze von Wildside, einem Unternehmen von Fremantle, zusammen mit Sollimas eigener Firma AlterEgo. Als Produzenten fungieren Sonia Rovai, Gina Gardini, Sollima und Lorenzo Mieli.
Einen Starttermin nannte Netflix noch nicht. Wer die erste Staffel verschlungen hat, darf sich aber auf eine Fortsetzung freuen, die einen der dunkelsten Kapitel der italienischen Kriminalgeschichte ausleuchtet.