Danny Glover macht Alzheimer-Diagnose öffentlich
Danny Glover (79) hat seine Alzheimer-Diagnose öffentlich gemacht. Im „Today“-Interview mit Lester Holt sprach der Schauspieler über Symptome, Alltag und familiären Rückhalt.
Schauspieler Danny Glover hat öffentlich gemacht, dass er seit Jahren mit Alzheimer lebt. Im US-Frühstücksfernsehen bei „Today“ sprach der 79-Jährige mit Moderator Lester Holt offen über seine Diagnose.
„Ich kann damit leben, in gewissem Sinne“ sagte Glover im Interview. „Ich bin sicher, dass sich mit dem Fortschreiten der Krankheit vieles verändern wird“, fügte er hinzu.
Diagnose fiel bereits 2022
Glover erhielt die Diagnose der fortschreitenden neurodegenerativen Erkrankung kurz bevor er im Januar 2022 bei den Governors Awards mit dem Jean Hersholt Humanitarian Award ausgezeichnet wurde. Seither hat sich sein Zustand nach eigenen Angaben spürbar verändert. Sprache, Bewegungen und Gedächtnis seien langsamer geworden, so Glover. Aktiv bleibt der Schauspieler trotzdem, er nimmt weiterhin an Veranstaltungen in seiner Nachbarschaft in San Francisco teil.
Die Alzheimer's Association habe ihm geraten, körperlich aktiv zu bleiben, Blutdruck und Diabetes im Blick zu behalten, ausreichend zu schlafen und soziale Kontakte zu pflegen.
Familie steht hinter ihm
Zu dem Interview kam Glover gemeinsam mit seiner Familie. Tochter Mandisa Glover erklärte, warum sich ihr Vater für die Öffentlichkeit entschieden hat. „Es ist wirklich wichtig, dass er die Kontrolle über seine eigene Geschichte behält“ sagte sie. „Wann, wenn nicht jetzt, sollte er selbst darüber sprechen?“
Ehrlichkeit sei ihr wichtiger als Beschönigung, ergänzte sie. „Die Leute stellen Fragen, und ich möchte nicht unehrlich sein und behaupten, es sei alles in bester Ordnung“ sagte Mandisa Glover.
Auch Glovers jüngster Bruder Martin Glover trat im Interview auf und sicherte ihm seine Unterstützung zu. „Er hat mich unter seine Fittiche genommen, und ich liebe ihn über alles. Jetzt bin ich für ihn da, das ist mein Part“ sagte er. „Am Ende dreht sich alles um Familie“, fügte Martin Glover hinzu.
Eine Karriere mit fast 200 Rollen
Glover blickt auf nahezu 200 Film- und TV-Rollen zurück, bekannt wurde er unter anderem durch die „Lethal Weapon“-Reihe an der Seite von Mel Gibson. Im Interview mit Holt sprach er zudem über seine Filmkarriere und nannte „The Color Purple“ aus dem Jahr 1985 sein persönlichstes Projekt, weil seine Mutter kurz zuvor gestorben war.
„Am selben Tag, an dem mir die Rolle angeboten wurde, hatte meine Mutter einen Autounfall“ erinnerte sich Glover. Seine Eltern prägten ihn vor allem durch ihren Aktivismus, erzählte er weiter. „Das prägendste an meinen Eltern war ihr Aktivismus, dieses Gefühl von Zugehörigkeit und dem eigenen Beitrag. Als ich vom Busboykott in Montgomery erfuhr, wusste ich, dass ich so sein wollte wie diese Menschen“, sagte Glover mit Blick auf den historischen Busboykott von 1955/56.
Offener Umgang als bewusste Entscheidung
Weitere Angaben zum Krankheitsverlauf machte Glover in dem Interview nicht. Mit seinem öffentlichen Schritt reiht er sich in eine wachsende Zahl von Hollywood-Größen ein, die offen über eine Alzheimer-Diagnose sprechen und das Thema damit aus der Tabuzone holen.