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„Alphas“: Die Syfy-Serie, deren brutales Ende sogar Sheldon Cooper aus „Big Bang Theory“ wahnsinnig machte

Vor 15 Jahren startete „Alphas“ bei Syfy. Rückblick auf Produktion, Cast um David Strathairn, das offene Ende und wo die Serie heute in Deutschland streamt.

· 5 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
  1. Wie alles begann
  2. Warum die Serie einschlug
  3. Das Vermächtnis
  4. Wie es weiterging
  5. So lief die deutsche Ausstrahlung
  6. Wo Alphas heute streamt

„Alphas“ war eine US-amerikanische Science-Fiction-Serie über ein kleines Team von Menschen, deren Superkräfte nicht aus radioaktiven Spinnen, sondern aus neurologischen Besonderheiten stammten. Heute vor genau 15 Jahren, am Montag, 11. Juli 2011, lief die Pilotfolge zum ersten Mal beim US-Sender Syfy. Zwei Staffeln später war Schluss, und trotzdem redet die Popkultur bis heute über das Ende. Zeit für einen Rückblick auf eine Serie, die Superhelden erdete, bevor es cool war.

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Wie alles begann

Die Idee entstand schon 2006, damals noch unter dem Arbeitstitel „Section 8“. Die Autoren Zak Penn und Michael Karnow entwickelten das Konzept und klapperten damit verschiedene Sender ab. Ende 2007 biss zunächst ABC an und bestellte sechs Episoden. Dann kam der Streik der Writers Guild of America 2007 und 2008 dazwischen und legte das Projekt auf Eis.

Erst am 5. August 2009 orderte Syfy eine Pilotfolge, die formelle Serienbestellung folgte am 8. Dezember 2010. Produziert wurde die Serie von BermanBraun gemeinsam mit den Universal Cable Productions. Als Showrunner holte man Ira Steven Behr, einen Genre-Veteranen, der zuvor „Star Trek: Deep Space Nine“ verantwortet hatte.

2011 stapelten sich Superhelden- und Ermittlerformate im US-Fernsehen. „Alphas“ positionierte sich bewusst als geerdeter Gegenentwurf zu „Heroes“. Die Fähigkeiten der Figuren erklärte die Serie streng über Hirnchemie und neurologische Anomalien, die Erzählstruktur lehnte sich an klassische Procedurals an. Ein von der Regierung gedecktes Team löste Woche für Woche Fälle, statt in Latexkostümen die Welt zu retten.

Warum die Serie einschlug

Die Pilotfolge sahen am Montag, 11. Juli 2011 rund 2,52 Millionen Menschen im US-Kabelfernsehen. Die Kritik fiel gemischt bis freundlich aus. Mary McNamara lobte in der Los Angeles Times die Balance der Serie und nannte genau diese Ausgewogenheit „die beeindruckendste Superkraft von allen“. Brian Lowry attestierte ihr in der Variety hohen Erfindungsreichtum und begrüßte den Verzicht auf exzessive Pyrotechnik.

Andere blieben skeptisch. Mike Hale bemängelte in der New York Times fehlende Science-Fiction-Mystik und schrieb, im Moment fühle sich das Ganze „wie die Beta-Version“ an. Linda Stasi urteilte in der New York Post, die Serie mache zwar Spaß, hinterlasse aber ein starkes Gefühl von schon mal gesehen.

Beim Publikum ging es nach dem starken Start bergab. Die erste Staffel mit elf Episoden pendelte sich bei durchschnittlich 1,85 Millionen Zuschauern ein. In der zweiten Staffel mit dreizehn Folgen sackte der Schnitt auf 1,30 Millionen. Für einen Kabelsender war das der Anfang vom Ende.

Das Vermächtnis

Innerhalb des Syfy-Programms bildete „Alphas“ zusammen mit „Eureka“ und „Warehouse 13“ einen festen Block erzählerisch verbundener Sommerserien. Diese Verbindung wurde sogar konkret. In der fünften Episode der ersten Staffel tauchte Lindsay Wagner als Dr. Vanessa Calder auf, eine Figur direkt aus „Warehouse 13“.

Das eigentliche Pfund war das Ensemble. Angeführt wurde es vom oscarnominierten David Strathairn als Dr. Lee Rosen, dazu kamen Warren Christie als Cameron Hicks, Azita Ghanizada als Rachel Pirzad, Laura Mennell als Nina Theroux und Malik Yoba als Bill Harken. Besonders nachhaltig wirkte die Figur Gary Bell, gespielt von Ryan Cartwright, dessen Fähigkeit direkt mit seinem Autismus verknüpft war und der damit eine für das Genre ungewöhnliche Repräsentation lieferte.

Ihren kuriosesten Nachruhm verdankt die Serie ausgerechnet „The Big Bang Theory“. In der Episode „The Closure Alternative“ aus dem April 2013 kommt Sheldon Cooper mit der Absetzung von „Alphas“ nicht klar, ruft bei Syfy an und erzwingt ein Telefonat mit einem Drehbuchautor, um zu erfahren, wie die Serie geendet wäre. Damit wurde das abrupte Aus zum popkulturellen Sinnbild für den Frust über abgesetzte Serien.

Wie es weiterging

Das Staffelfinale „God's Eye“ lief am Montag, 22. Oktober 2012 und erreichte nur noch 1,17 Millionen Zuschauer. Am Mittwoch, 16. Januar 2013 zog Syfy den Stecker. In einem offiziellen Statement erklärte der Sender, man sei stolz gewesen, „diese unterhaltsame, hochwertige Serie zwei Staffeln lang zu präsentieren“. Ein Trostpflaster war das nicht, denn die Serie endete auf einem brutalen Cliffhanger.

Im Finale zündete der Antagonist Stanton Parish eine Vorrichtung mit weltweiter Wirkung. Sämtliche Hauptfiguren brachen in der Grand Central Station bewusstlos zusammen, einzig der autistische Gary Bell blieb stehen, das Schicksal von Dr. Rosen offen. Fan-Kampagnen nach dem Vorbild von „Veronica Mars“ verpufften, Co-Schöpfer Zak Penn hielt eine Fortsetzung früh für nicht umsetzbar.

Immerhin lieferte Penn später auf Twitter nach, wie es weitergegangen wäre. Rosen überlebt und findet zu seiner Ex-Frau zurück, Cameron Hicks und Nina Theroux werden ein Paar und gründen eine Familie, Rachel Pirzad steigt aus dem Ermittlerleben aus. Gary Bell steigt zum Anführer einer gewaltfreien Version der Extremistengruppe Red Flag auf und wird mit 47 Jahren ermordet, sein Name prägt fortan den Begriff Bellism. Stanton Parish stirbt an einem Virus, das gezielt seine mutierte Biochemie angreift. Ein echtes Revival gab es seit 2013 nie, auch Reboot-Gerüchte verdichteten sich nie.

So lief die deutsche Ausstrahlung

In Deutschland zeigte zunächst der Pay-TV-Sender Syfy die Serie, die erste Staffel ab Donnerstag, 14. Februar 2013, die zweite ab Donnerstag, 13. Februar 2014. Ins Free-TV kam „Alphas“ erst danach, ProSieben Maxx strahlte Staffel eins ab Montag, 13. Juli 2015 und Staffel zwei ab Montag, 31. August 2015 aus. Einen deutschen Titel bekam die Serie nie, sie lief durchgehend unter dem Original.

Die deutsche Synchronfassung entstand bei der FFS Film- und Fernseh-Synchron in Berlin, das Dialogbuch schrieb Joachim Jaeger. David Strathairn lieh Reinhard Kuhnert seine Stimme, Gary Bell sprach Dirk Petrick, Bill Harken übernahm Oliver Stritzel. Cameron Hicks bekam die Stimme von Markus Pfeiffer, Rachel Pirzad die von Shandra Schadt und Nina Theroux die von Natascha Geisler.

Wo Alphas heute streamt

Wer die Serie 2026 nachholen will, findet sie in keinem der großen Flatrate-Abos. Bei Netflix oder Disney+ läuft sie nicht. Die legale Verfügbarkeit beschränkt sich auf den digitalen Kauf.

Erste Anlaufstelle ist Amazon Prime Video, wo alle 24 Episoden der beiden Staffeln in HD einzeln oder als Staffelpaket zu kaufen sind. Bei Apple TV taucht die Serie zwar im Katalog auf, ist in Deutschland aber weder streambar noch käuflich. Wer es physisch mag, greift zur DVD, die erste Staffel erschien bei Universal auch als importierte Blu-ray-Box.