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Von Making a Murderer bis The Dropout: Diese 10 True-Crime-Serien fesseln über jeden Streaming-Dienst

Wahre Kriminalfälle aus Deutschland und der Welt, kompakt sortiert. Von Making a Murderer über Shiny Flakes bis The Dropout, auf Netflix, WOW, Prime, Apple TV und Disney+.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 19. Juni 2026

Veröffentlicht am Donnerstag, 18. Juni 2026 · 5 Min. Lesezeit

Es gibt diesen einen Punkt, an dem man eigentlich schlafen gehen wollte und sich dann doch fragt, ob der Verdächtige es wirklich war. Wahre Verbrechen haben genau diesen Sog. Sie sind keine ausgedachten Krimis, sondern Fälle, die sich tatsächlich so zugetragen haben, und das macht jede Wendung doppelt unheimlich.

Wer durch das riesige Angebot der Streaming-Dienste wühlt, verliert schnell den Überblick. Deshalb hier zehn Empfehlungen, deutsche und internationale Fälle, quer über Netflix, WOW, Prime Video, Apple TV und Disney+. Manche jagen einem Schauer über den Rücken, andere fassungsloses Kopfschütteln. Langweilig wird keine.

Platz 1, Making a Murderer auf Netflix

Mit dieser Serie hat das moderne True-Crime-Fieber überhaupt erst begonnen. „Making a Murderer“ erzählt über zwei Staffeln und zwanzig Folgen den Fall von Steven Avery, der achtzehn Jahre unschuldig im Gefängnis saß und kurz nach seiner Freilassung erneut wegen Mordes angeklagt wurde. Die Filmemacherinnen Laura Ricciardi und Moira Demos drehten zehn Jahre lang in Wisconsin und legten dabei offen, wie leicht sich Beweise lesen lassen, wie man sie lesen will. Ein Sog, der über mehrere Streaming-Abende trägt und das Genre für immer geprägt hat.

Platz 2, Crime Scene Berlin Nightlife Killer auf Netflix

Berlin, 2012, eine mysteriöse Mordserie im Nachtleben der Stadt. „Crime Scene Berlin“ mit dem Untertitel „Nightlife Killer“ rekonstruiert in drei Folgen, wie die Opfer mit einer ungewöhnlichen Substanz betäubt wurden und die Ermittler lange im Dunkeln tappten. Produziert hat die Doku unter anderem Joe Berlinger, der das Genre mit seinen Dahmer- und Epstein-Arbeiten mitgeprägt hat. Ein heimischer Fall, der einem die eigene Großstadt plötzlich fremd erscheinen lässt, und ein Abend reicht, um tief hineinzukippen.

Platz 3, LuLaRich auf Prime Video

Nicht jedes Verbrechen braucht eine Leiche. „LuLaRich“ seziert in vier Folgen den Aufstieg und Fall von LuLaRoe, einem Leggings-Imperium aus den USA, das Zehntausende Frauen als Verkäuferinnen anwarb und viele von ihnen tief in die Schulden trieb. Die Macher von Fyre nehmen sich hier das Schneeballsystem im bunten Mode-Gewand vor. Man sitzt zwischen Belustigung und Wut, während sich das Kartenhaus Folge für Folge zusammenfaltet. Perfekt für einen Abend, an dem man fassungslos staunen will.

Platz 4, Der Unglücksbringer auf WOW

Unter dem Originaltitel The Jinx wurde diese HBO-Produktion zur Legende. „Der Unglücksbringer“ verfolgt das Leben des Immobilienerben Robert Durst, der über Jahrzehnte mit mehreren Todesfällen in seinem Umfeld in Verbindung gebracht wurde. Regisseur Andrew Jarecki bekommt Durst tatsächlich vor die Kamera, und was am Ende der ersten Staffel auf einem offenen Mikrofon zu hören ist, gehört zu den berühmtesten Momenten der Dokumentargeschichte. Sechs Kapitel pro Staffel, die man nicht mehr aus der Hand legt.

Platz 5, Cowboy Cartel auf Apple TV

Ein junger FBI-Agent, ein mexikanisches Kartell und eine Geldwäsche, die über die Pferderennbahnen von Texas läuft. „Cowboy Cartel“ begleitet die Ermittlungen gegen die Finanzgeschäfte der berüchtigten Los Zetas und verbindet dabei Verbrechen, große Pferde und noch größere Geldsummen. Eine Doku-Serie, die sich wie ein Thriller anfühlt, ohne dass auch nur eine Szene erfunden wäre. Auf Apple TV findet man hier den vielleicht ungewöhnlichsten Kartell-Fall der Liste, gut für zwei spannende Streaming-Abende.

Platz 6, Don't fk with Cats auf Netflix

Es beginnt harmlos im Internet und endet in einem der berüchtigtsten Kriminalfälle Kanadas. „Don't fk with Cats“ erzählt in drei Folgen, wie eine Gruppe von Internetnutzern den Mann jagt, der Videos von gequälten Tieren hochlädt, und dabei auf etwas weit Schlimmeres stößt. Die Serie wirft nebenbei die unbequeme Frage auf, ob die Online-Detektive selbst Teil des Problems wurden. Verstörend, klug gebaut und in einer einzigen, langen Sitzung kaum zu stoppen.

Platz 7, Ted Bundy Falling for a Killer auf Prime Video

Über Ted Bundy wurde viel gedreht, doch die fünfteilige Doku „Ted Bundy“ mit dem Zusatz „Falling for a Killer“ wählt einen seltenen Blickwinkel. Im Zentrum steht Elizabeth Kendall, Bundys langjährige Freundin, die zusammen mit ihrer Tochter zum ersten Mal ausführlich über die Jahre an der Seite des Serienmörders spricht. So rücken die Frauen in den Mittelpunkt, die Bundy am nächsten waren oder ihm knapp entkamen. Ein anderer, persönlicherer Zugang zu einem Fall, den man zu kennen glaubte.

Platz 8, Das Phantom auf WOW

Fünf Morde, zwei spektakuläre Gefängnisausbrüche und eine Spur, die sich seit Jahren im Nichts verliert. „Das Phantom“ geht der Geschichte von Norman Franz nach, einem deutschen Schwerverbrecher, der nach seiner Verurteilung mehrfach floh und bis heute international gesucht wird. Regisseurin Annika Blendl bekommt erstmals seine Ex-Frau vor die Kamera, dazu kommen Ermittler und ehemalige Komplizen zu Wort. Eine knapp neunzigminütige Doku, die einen heimischen Fall liefert, der erschreckend offen endet.

Platz 9, Shiny Flakes The Teenage Drug Lord auf Netflix

Vom Kinderzimmer in Leipzig zum Drogenimperium, das klingt nach Drehbuch und ist doch echt passiert. „Shiny_Flakes“ mit dem Untertitel „The Teenage Drug Lord“ zeichnet nach, wie Maximilian Schmidt über seine Internetplattform jahrelang Drogen im großen Stil verkaufte, bis die Ermittler ihm auf die Spur kamen. Seine Geschichte inspirierte bereits die Erfolgsserie How to Sell Drugs Online (Fast), hier kommt der echte Fall zu Wort. Ein deutscher Kriminalfall, der in einer einzigen Sitzung erzählt ist und lange nachhallt.

Platz 10, The Dropout auf Disney+

Zum Abschluss ein Wirtschaftskrimi, der die ganze Tech-Welt erschütterte. „The Dropout“ erzählt in acht Folgen den Aufstieg und tiefen Fall von Elizabeth Holmes, gespielt von einer brillanten Amanda Seyfried, deren Firma Theranos mit einer angeblich revolutionären Bluttest-Technologie Milliarden einsammelte und sich am Ende als gigantischer Betrug entpuppte. Hier wird ein echter Fall so präzise nacherzählt, dass man sich fragt, wie ihn so lange niemand durchschaute. Spannend bis zur letzten Minute.

Wie man bei diesem Angebot den richtigen Fall trifft

Wer nur einen einzigen Abend hat und richtig schaudern will, greift zu Don't f**k with Cats oder Crime Scene Berlin. Für die ganz große Erzählung über mehrere Abende lohnen sich Making a Murderer und Der Unglücksbringer. Wer lieber den Kopf schüttelt als zu zittern, liegt bei LuLaRich und The Dropout goldrichtig. Und für alle, die heimische Fälle wollen, führen Das Phantom und Shiny Flakes direkt vor die eigene Haustür. Einschalten lohnt sich. Versprochen!