Vierteilige HBO-Doku über Burning Man startet im Juli, und sie zeigt nicht nur die schönen Seiten
Die HBO-Dokuserie „The Man Will Burn“ startet am 9. Juli und zeigt in vier Episoden Aufstieg und Krisen von Burning Man. Im Stream bei HBO Max.
Ein Festival, eine Stadt aus dem Nichts, 80.000 Menschen mitten in der Wüste Nevadas. Burning Man fasziniert und polarisiert seit Jahrzehnten. Nun widmet sich HBO dem Phänomen mit einer eigenen Dokuserie. „The Man Will Burn“ startet am Donnerstag, 9. Juli, und seziert das Kultevent in vier Episoden.
Wann startet die Doku?
Los geht es am Donnerstag, 9. Juli, um 21 Uhr ET auf HBO. Im Stream landet die Serie zeitgleich bei HBO Max. Die übrigen Episoden folgen wöchentlich, immer donnerstags. Insgesamt erwarten Euch vier Teile, die das Festival von seinen Anfängen bis in die jüngste Vergangenheit verfolgen.
Worum geht es?
Die Serie zeichnet nach, wie aus einer anarchischen Gegenkultur-Idee ein globales Spektakel wurde. Angefangen hat alles 1986 in San Francisco, mit kleinen, rebellischen Wurzeln. Heute pilgern jedes Jahr 80.000 sogenannte „Burners“ in die Wüste, um dort eine temporäre Stadt aufzubauen und am Ende eine riesige Holzfigur zu verbrennen.
Das 40 Jahre alte Event hat dabei einiges durchgemacht. Die vier Episoden tragen die Titel „The Great Unknown“, „Welcome To The Shit Show“, „Waking Dreams“ und „Mud Burn“. Der Auftakt widmet sich Mitbegründer Larry Harvey und der Corona-Pandemie, die das Festival ins Wanken brachte. Teil zwei dreht sich um die Absage im zweiten Pandemiejahr und den eigenmächtigen „Renegade Burn“, den Teilnehmer trotzdem auf die Beine stellten.
Episode drei zeigt, wie Social-Media-Influencer und Tech-Geld den ursprünglichen Gemeinschaftsgeist gefährden. Das Finale schildert das Schlamm-Chaos, als heftiger Regen die Wüstenstadt in ein Schlammfeld verwandelte.
Wer also nur ein glattgebügeltes Werbevideo erwartet, liegt hier echt falsch. Es muss und wird auch Kritik geben.
Wer steckt dahinter?
Regie führen zwei renommierte Namen. Die Oscar-nominierte Jehane Noujaim, bekannt für „The Vow“, teilt sich die Verantwortung mit Vikram Gandhi, der unter anderem „Kumare“ und „Barry“ inszenierte. Produziert wird das Ganze von HBO Documentary Films.
Besonders spannend ist der Zugang zu den Macherinnen und Machern hinter Burning Man. Die Doku begleitet die Führungsriege des Burning Man Project rund um CEO Marian Goodell. Auch prominente Stammgäste tauchen auf, darunter Google-Mitgründer Sergey Brin, Unternehmer Kimbal Musk und Twitch-Mitgründer Justin Kan.
Lohnt sich das Reinschauen?
Burning Man ist längst mehr als ein Festival, es ist ein kulturelles Symbol, das zwischen Utopie und Kommerz schwankt. Genau diese Spannung scheint die Serie ernst zu nehmen, statt das Event zu verklären. Wer sich für Subkulturen, gescheiterte Ideale und die Frage interessiert, was Geld und Ruhm mit einer Gemeinschaft anstellen, findet hier reichlich Stoff.