„Life, Larry and the Pursuit of Unhappiness“: So zwiespältig urteilen die Kritiker über Larry Davids Rückkehr
Larry Davids neue HBO-Max-Comedy spaltet die Kritik. Wir bündeln die Stimmen zu „Life, Larry and the Pursuit of Unhappiness“.
Larry David ist zurück, und das zum ersten Mal seit dem Ende von „Curb Your Enthusiasm“. Seine neue Sketch-Comedy „Life, Larry and the Pursuit of Unhappiness“ startet hierzulande am Samstag, 27. Juni, bei HBO Max, einen Tag nach dem US-Start. Zum 250. Jahrestag der amerikanischen Staatsgründung nimmt sich David ikonische Momente der US-Geschichte vor und lässt sie auf seine typische Art entgleisen. Barack und Michelle Obama sind als Produzenten an Bord. Die internationale Kritik reagiert gemischt bis kritisch, das Urteil schwankt zwischen müder Enttäuschung und einzelnen Lachsalven.
Mit Klick auf "Abspielen" werden Daten an YouTube übertragenWorum geht es?
In sieben halbstündigen Folgen schlüpft David als erfundener Zeitzeuge in legendäre Szenen der US-Historie, vom Unabhängigkeitskrieg über die Boston Tea Party bis zum Jubel am Ende des Zweiten Weltkriegs. An seiner Seite stehen unter anderem Jon Hamm, Jerry Seinfeld und Sean Hayes. Die Idee zur Hommage brachten die Obamas mit ihrer Produktionsfirma mit, bevor David sie auf seine Weise umkrempelte.
Das sagen die Kritiker
Am härtesten fällt das Urteil von TVLine aus. Das US-Portal nennt die Serie „eine enttäuschende Fehlzündung, die man besser den Geschichtsbüchern überlässt“, und bemängelt recycelte Witze und schwaches Material. Ähnlich ernüchtert zeigt sich der Boston Globe, der die politische Kleinlichkeit zwar passend findet, am Ende aber resigniert, „Ich wünschte nur, mehr davon wäre wirklich komisch.“
Die Mehrheit der Stimmen liegt dazwischen. Die deutsche TV Wunschliste hält fest, die Serie „recycelt Gags, die schlecht zünden“, gemeint sind die vertrauten Motive aus „Curb Your Enthusiasm“. Dank Obama, prominenter Gaststars und einzelner Sketche lohne sich der Blick trotzdem. Variety bringt das Wechselbad auf die Formel „mal trifft es, mal nicht“, kritisiert Wiederholungen und ein zähes Tempo, findet die Serie aber dennoch unterhaltsam. Der Hollywood Reporter sieht ein ungleichmäßiges Stück, das nicht ohne Charme ist, dessen Sketch-Form jedoch nur punktuell trägt. Für The A.V. Club liegt genau darin das Problem, das komprimierte Format raube Davids Improvisationskomik den Raum, den sie zum Atmen braucht. TIME prophezeit der Serie, sie werde „als kleiner Larry David in die Geschichte eingehen“, weniger originell als seine besten Arbeiten, für Fans aber solide.
Wer den Aufwand mag, findet auch klare Fürsprecher. TheWrap zählt „viel mehr Treffer als Fehlschläge“ und lobt die absurde Neudeutung historischer Ereignisse samt überraschend hoher Gag-Dichte. Consequence räumt eine leichte Abnutzung des Formats ein, hebt aber brillante, schreiend komische Spitzen zur aktuellen politischen Lage hervor. Und TV Insider liest Davids gewohnt bissigen Stil eher als erfrischenden Reiz denn als echten Fehlschlag.
Bei Rotten Tomatoes steht die Serie bislang bei 67 Prozent positiven Kritiken, was den geteilten Gesamteindruck recht genau spiegelt.
Unterm Strich zeichnen die Kritiker das Bild einer Serie, die ihren Schöpfer bestens kennt, und genau das ist Segen und Fluch zugleich. Wer „Curb Your Enthusiasm“ vermisst, bekommt eine kompakte, oft vertraute Dosis David, muss aber mit Leerlauf zwischen den Höhepunkten leben. In Deutschland gilt die Vorgängerserie ohnehin eher als Geheimtipp, weshalb das hiesige Publikum womöglich milder urteilt als die US-Presse. Wir würden den Einstieg vor allem jenen Fans empfehlen, die ohne die Erwartung eines neuen Klassikers reingehen. Für alle anderen bleibt es ein nervöser Geschichtsausflug mit ein paar echten Lachern.