Spionage-Serie mit Emilia Clarke abgesetzt: Trotz 94 Prozent endet „Ponies“ nach einer Staffel
Peacock verlängert die Spionageserie „Ponies“ mit Emilia Clarke trotz 94 Prozent bei Rotten Tomatoes nicht. Die Hintergründe zum Aus nach Staffel 1.
Da hilft auch das beste Zeugnis nichts. Peacock zieht für „Ponies“ den Stecker, gerade einmal fünf Monate nach dem Start. Die Spionage-Dramedy mit Emilia Clarke und Haley Lu Richardson bekommt keine zweite Staffel, obwohl die Kritiker die Serie durchaus feierten. Nur nützt es nichts, wenn das Publikum ausbleibt.
Die Serie lief am Donnerstag, 15. Januar auf dem US-Dienst Peacock an. Für die beiden Showrunner David Iserson und Susanna Fogel ist das ein bitterer Abschied, schließlich steckten sie nach eigenen Angaben rund sieben Jahre Arbeit in das Projekt.
Worum ging es?
Die Handlung spielt im Moskau des Jahres 1977, mitten im Kalten Krieg. Bea und Twila schuften als gewöhnliche Sekretärinnen in der US-Botschaft. Für die Geheimdienste sind sie schlicht uninteressant, eben „persons of no interest“, kurz Ponies. Das ändert sich, als ihre Ehemänner unter mysteriösen Umständen sterben, beide waren selbst Spione. Die CIA rekrutiert die beiden Frauen kurzerhand als Operativen.
Emilia Clarke spielt Bea, das hochgebildete Kind sowjetischer Emigranten, das fließend Russisch spricht. Haley Lu Richardson verkörpert Twila, die mit rauem Provinzcharme und ohne jede Furcht agiert. Gemeinsam sollen die Ungleichen herausfinden, warum ihre Männer sterben mussten, und stoßen dabei auf eine weitreichende Verschwörung.
Warum das Aus?
An der Qualität lag es offenbar nicht. Bei Rotten Tomatoes sammelte „Ponies“ starke 94 Prozent von den Kritikern ein, das Publikum vergab immerhin 83 Prozent. Branchenbeobachter handelten die Serie sogar als Kandidatin für die Emmy-Verleihung 2026 in den Comedy-Kategorien.
Das Problem war schlicht die Reichweite. Trotz aller Lobeshymnen fanden zu wenige Zuschauer den Weg zu Beas und Twilas Spionage-Abenteuern. Universal Television produzierte die Serie, doch am Ende zählten die Zahlen mehr als die Sterne. Eine Geschichte, die im Streaming-Geschäft inzwischen Routine ist.
Das Finale lässt Fragen offen
Ärgerlich für alle, die dabeigeblieben sind. Das Staffelfinale endete mit gleich mehreren Cliffhangern. Bea und Twila geraten ins Visier des KGB, der totgeglaubte Ehemann Chris taucht plötzlich wieder auf, und die US-Botschaft ist unterwandert. Antworten wird es darauf wohl nie geben.
Schade um eine Serie, die das Genre mit Witz und Kalter-Kriegs-Atmosphäre angereichert hat. Manchmal reicht eben auch ein Top-Zeugnis nicht für die Versetzung.