Netflix in Annecy: Düsterer Anime „Fool Night“ und erster Blick auf das „One Piece“-Remake
Netflix zeigt in Annecy die Manga-Adaption „Fool Night“ und einen Blick auf das Anime-Remake „The One Piece“. Alle enthüllten Titel im Überblick.
Netflix hat beim Animationsfestival in Annecy ordentlich Anime-Nachschub ausgepackt. Im Mittelpunkt stehen zwei Ankündigungen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Mit „Fool Night“ kommt eine düstere Manga-Adaption, mit „The One Piece“ ein vollständiges Remake des Anime-Klassikers. Dazu lieferte der Streamer Zahlen, die zeigen, warum Anime für ihn längst keine Nische mehr ist.
Fool Night und eine Welt ohne Sauerstoff
„Fool Night“ basiert auf dem Manga von Kasumi Yasuda aus dem Jahr 2020. Atsushi Yukawa inszeniert die Serie. Die Geschichte spielt in einer Welt, in der der Sauerstoff knapp geworden ist. Die Menschheit setzt auf eine Technologie namens Transfloration, die Menschen in Pflanzen verwandelt und so die Atemluft sichert.
Im Zentrum steht der junge Toshiro Kamiya. Er lebt in bitterer Armut und entscheidet sich für den Weg des Spiriflor, also für jene Menschen, die ihren Körper freiwillig in eine Pflanze verwandeln lassen. Klingt nach einer reichlich morbiden Prämisse, und genau darauf zielt die Vorlage auch ab. Ein Startdatum nannte Netflix in Annecy noch nicht.
The One Piece startet ganz von vorn
Spannend wird es für Fans von „One Piece“. Das Remake „The One Piece“ beginnt am Anfang der East-Blue-Saga und erzählt damit die ursprüngliche Geschichte des Mangas neu. Netflix zeigte in Annecy ein frisches Bild aus der ersten Episode mit dem Titel „Romance Dawn“.
Wichtig zur Einordnung, dieses Anime-Remake hat nichts mit der Live-Action-Serie zu tun. Hinter „The One Piece“ steckt das WIT Studio, das den Stoff komplett neu animiert. Mehr zu den Plänen des Studios steht in unserem Bericht zum geplanten Anime-Remake. Wer dagegen wissen will, wie es mit der Realverfilmung weitergeht, findet die Details in unserer Übersicht zur dritten Staffel sowie in unserer Meldung zum bestätigten Startjahr 2027.
Was Netflix sonst noch zeigte
Annecy bot mehr als nur diese zwei Titel. Netflix kündigte „Sparks of Tomorrow“ an und präsentierte neues Material zu „Blue Eye Samurai“. Dazu kommt „Bass X Machina“, ein gesetzloser Steampunk-Western, der später im Jahr 2026 erscheinen soll. Außerdem lief ein Trailer zum Animationsfilm „The Ribbon Hero“, der bereits im August an den Start geht.
Warum Netflix so massiv auf Anime setzt
Die Strategie dahinter ist kein Zufall. Netflix-Anime kam im vergangenen Jahr auf 1,5 Milliarden Aufrufe. Über 50 Prozent aller Abonnenten schauen mittlerweile Anime, und japanischer Content ist beim Streamer der zweitmeistgesehene nicht-englischsprachige Inhalt überhaupt.
Getragen wird dieser Erfolg vor allem von zwei Zugpferden, der Realverfilmung von „One Piece“ und der Adaption von „Avatar - Der Herr der Elemente“. Mit dem neuen Aufgebot will Netflix diesen Vorsprung jetzt noch weiter ausbauen.