House of the Dragon Staffel 3 Review: Schafsdieb zeigt, warum die Targaryens ihre Drachen nie wirklich kontrolliert haben
Spoiler zu Staffel 3, Folge 1 von „House of the Dragon“. Wilder Drache Schafsdieb sorgt in der Seeschlacht für Chaos. Jacaerys und Vermax sterben. Was das bedeutet.
Zwei Jahre nach dem Ende der zweiten Staffel ist „House of the Dragon“ mit seiner dritten Staffel bei HBO Max zurück, und der Auftakt hast es in sich. Der Staffelstart hält sich keine halbe Stunde mit Exposition auf, bevor eine der spektakulärsten Seeschlachten der Seriengeschichte losbricht. Am Ende dieser Folge sind zwei zentrale Figuren tot, und Schafsdieb, ein neuer, matschbrauner Drache mit Unterbiss, trägt zumindest eine Mitschuld daran.
Mit Klick auf "Abspielen" werden Daten an YouTube übertragenAchtung, Spoiler: Folge 1 wird im Detail besprochen
Ab hier geht es tief in die Handlung der ersten Folge von Staffel 3. Wer die Episode noch nicht gesehen hat, jetzt besser wegklicken. Zum Beispiel auf ein K-Drama
Ein neuer Drache betritt die Bühne
Rhaena Targaryen, gespielt von Phoebe Campbell, war bislang die einzige der jungen Targaryens ohne eigenen Drachen. Das ändert sich nun, als sie den wilden Drachen Schafsdieb findet und sich mit ihm verbindet. Schafsdieb ist alles andere als ein prächtiger Anblick. Dunkelbraun, dürr, mit dem markanten Unterbiss eines Tiers, das jahrzehntelang allein auf sich gestellt war. Der Drache lebte zurückgezogen bei Hohenehr und hat in all den Jahren nie einen Menschen an sich herangelassen, geschweige denn eine Drachenreiterin.
Diese Vorgeschichte erklärt einiges von dem, was danach passiert. Rhaena kennt ihr neues Reittier vielleicht ein paar Stunden, als sie ihn bereits in eine Seeschlacht schickt.
Die Schlacht in der Bucht von Königsmund
Tyland Lannister hat die Triarchie angeheuert, um die Blockade der Bucht von Königsmund zu brechen. Für Team Schwarz ein ernstes Problem, denn ohne die Bucht verliert Rhaenyra eine entscheidende Verbindung. Harry Collett als Kronprinz Jacaerys reitet mit seinem Drachen Vermax ins Gefecht, ebenso seine Verlobte Baela, gespielt von Bethany Antonia, auf Mondtänzer. Die beiden dominieren das Schlachtfeld, bis Rhaena und Schafsdieb auftauchen.
Was folgt, ist ein Desaster. Schafsdieb schießt Feuer auf Freund und Feind gleichermaßen. Rhaena hat schlicht keine Kontrolle über einen Drachen, den sie nicht kennt und der die Situation nicht einordnen kann. Jacaerys und Baela schwenken zunächst ab, als sie Rhaenas neuen Drachen erkennen. Doch Schafsdieb erkennt sie nicht als Verbündete. Er sieht zwei fremde Drachen, die auf ihn zustürmen, und reagiert so, wie ein verängstigtes Tier es tut.
Eine Harpune mit Anker trifft Vermax. Der junge Drache kämpft noch weiter, aber das Gewicht zieht ihn runter und er ertrinkt. Sein Reiter Jacaerys löst sich noch vom Sattel, wird aber von Armbrustbolzen getroffen und stirbt ebenfalls. Rhaenyra verliert ihren ältesten Sohn und einen Drachen in einer einzigen Nacht.
Das Targaryen-Paradox: Macht ohne Kontrolle
Der Fall Schafsdieb erinnert an eine Szene aus Staffel 1. König Viserys hatte es einst treffend auf den Punkt gebracht, als er sagte, „Die Vorstellung, dass wir die Drachen kontrollieren, ist eine Illusion. Sie sind eine Macht, mit der der Mensch niemals hätte spielen sollen. Eine Macht, die Valyria ins Verderben stürzte.“
Dieser Satz ist der rote Faden durch die gesamte Serie. Schafsdieb tötet nicht aus Bosheit, denn er ist ein wildes Tier, das plötzlich mit Harpunen beschossen wird und zwei fremde Artgenossen auf sich zustürmen sieht. Seine Reaktion ist die eines verängstigten Lebewesens, keine strategische Entscheidung.
Genau dasselbe geschah in Staffel 2 mit Aemond und Vhagar. Als Vhagar Luke und seinen Drachen tötete, war der Schock in Aemonds Gesicht echt. Ewan Mitchell spielte diesen Moment so, dass Zweifel blieben, ob Aemond den Tod seines Neffen tatsächlich gewollt hatte. Vhagar übernahm. Ähnlich jetzt Schafsdieb. Die junge Generation der Targaryens reitet auf Tieren, die älter, schwerer und kompromissloser sind als ihre Reiter.
Rhaenas gute Absicht, der Flotte zu helfen, ist unstrittig. Das Ergebnis ist trotzdem der Tod von Jacaerys. Am Ende ist die Frage nach der Schuld fast bedeutungslos, weil die eigentliche Tragödie tiefer liegt. Niemand in diesem Krieg hat wirklich die Kontrolle über die Waffen, die er führt.
Schauen wir, wie es in der nächsten Folge weitergeht.
Weitere Details zu Cast, Handlung und Startdaten der laufenden Staffel findet ihr in unserem Übersichtsartikel zu Staffel 3. Wer wissen möchte, wo die Serie von der Buchvorlage abweicht, wird in unserer Analyse der Abweichungen von Feuer und Blut fündig.