Ha Young bleibt in „The Long Shot Trial“, ein Rauswurf ist praktisch unmöglich
SBS' The Long Shot Trial ist fast abgedreht, ein Austausch von Ha Young kaum mehr möglich. Die Netflix-Darstellerin steht wegen ihres Urgroßvaters in der Kritik.
Wie auch immer die Debatte um ihre Familiengeschichte ausgeht, an Ha Young wird SBS wohl nicht mehr vorbeikommen. Die Serie The Long Shot Trial steckt bereits in der Schlussphase der Dreharbeiten, ein Austausch der Hauptdarstellerin kurz vor Drehschluss wäre praktisch kaum noch umsetzbar.
Deutschen Zuschauern ist Ha Young, bürgerlich Ahn Ha-young, seit dem 7. August als weibliche Hauptrolle in „Our Sticky Love“ bei Netflix bekannt.
Hintergrund
Ausgelöst hatte die Kontroverse ein TV-Auftritt, bei dem Ha Young beiläufig von vier Ärzte-Generationen in ihrer Familie erzählte. Netizens identifizierten den Urgroßvater als Ahn Sang-ho, 1902 als erster Koreaner mit japanischer Arztlizenz und 1916 Ratsmitglied der Daejeong-Chinmokhoe, in der auch Yi Wan-yong saß, der 1910 den Annexionsvertrag unterzeichnete.
Eine Kolonialzeitung zitierte ihn 1918 zudem mit den Worten, sein Haushalt habe sich „vollständig assimiliert“, samt japanischer Kleidung und Sprachverbot für Koreanisch im eigenen Haus.
Ha Youngs Agentur Bistus nannte die Vorwürfe zunächst „haltlos“ und musste dieses Dementi einen Tag später zurücknehmen, mitten im Umfeld des Gwangbokjeol, des koreanischen Befreiungsfeiertags am 15. August. Die Autoren des Chinilpa-Lexikons ordnen Ahn Sang-ho eindeutig als Kollaborateur ein, japanische Medien sprechen dagegen von moderner Sippenhaft.
Am Set musste laut Berichten zwischenzeitlich kurz pausiert werden. Wie weit Verantwortung für die Taten von Vorfahren reicht, bleibt offen, entschieden über Ha Youngs Rolle hat am Ende ohnehin der Produktionsplan.