H2O Plötzlich Meerjungfrau: So wurde die Meerjungfrauen-Serie zum Welthit

Vor 20 Jahren startete H2O Just Add Water in Australien. Rückblick auf Dreh, Silikon-Flossen, Mermaiding-Trend, die Ableger und wo die Serie heute in Deutschland streamt.

· 4 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
  1. Wie alles begann
  2. Warum die Serie einschlug
  3. Das Vermächtnis
  4. Was aus dem Cast wurde
  5. Wie es weiterging
  6. So lief die deutsche Ausstrahlung
  7. Wo H2O heute streamt

Vor genau 20 Jahren, am 7. Juli 2006, tauchte in Australien eine Serie auf, die eine ganze Generation ins Wasser lockte. „H2O: Just Add Water“, zu deutsch „H2O Plötzlich Meerjungfrau“, startete an diesem Tag auf Network Ten und machte drei Teenagerinnen mit Fischschwanz zum weltweiten Phänomen. Heute läuft der Klassiker in Deutschland gleich bei mehreren Streamern, und der Mermaiding-Trend, den er einst befeuerte, ist bis heute nicht abgeebbt.

Wie alles begann

Hinter der Serie stand der australische Produzent Jonathan M. Shiff, der das Format gemeinsam mit ZDF Enterprises entwickelte. Der deutsche Partner brachte einen großen Teil der internationalen Finanzierung und des Vertriebs ein, ohne den ein Projekt dieser Größe kaum machbar gewesen wäre.

Das Team filmte an der Gold Coast in Queensland, unter anderem im Themenpark Sea World und auf dem Gelände der Warner Bros. Movie World. Die Suche nach den drei Hauptdarstellerinnen begann im August 2005. Rund 1.000 Mädchen bewarben sich um die drei Rollen, am Ende blieben Phoebe Tonkin, Claire Holt und Cariba Heine übrig.

Die erste Staffel umfasste 26 halbstündige Episoden. Das Budget lag bei rund 10 Millionen australischen Dollar, für eine Kinderserie war das vor 20 Jahren eine doch recht stattliche Summe.

Warum die Serie einschlug

Der Erfolg blieb nicht allein auf Australien beschränkt. Die Produktion verkaufte sich in über 120 Länder, die australische Fachpresse spricht sogar von mehr als 160 Territorien. Weltweit erreichte die Serie geschätzt über 250 Millionen Zuschauer und wurde damit zu einem der weitreichendsten Exporterfolge des australischen Fernsehens.

Die Fachwelt honorierte das mit gleich mehreren Preisen.

JahrAuszeichnungKategorie
2008AFI AwardBest Visual Effects
2008Nickelodeon Australian Kids' Choice AwardBest TV Drama Show
2009TV Week Logie AwardMost Outstanding Children's Program

Ein guter Teil der Faszination steckte im Wasser selbst. Die Silikon-Flossen entstanden in sechsmonatiger Handarbeit als individuelle Körperabdrücke und wogen am Set zwischen 12 und 15 Kilogramm. Genau dieser Aufwand hob die Serie optisch von der Konkurrenz ab.

„H2O war eine enorm erfolgreiche Serie, und ein großer Teil dieses Erfolgs liegt am filmischen Wert und an der Vision der Mädchen unter Wasser“, urteilte Produzentin Joanna Werner über die visuellen Standards der Dreharbeiten.

Das Vermächtnis

Den größten popkulturellen Fußabdruck hinterließ die Serie im „Mermaiding“. Aus der Idee, im Meerjungfrauen-Kostüm zu schwimmen, wurde weltweit ein ernsthaftes Hobby und sogar eine kleine Sportart. Ohne die schwimmenden Heldinnen von der Gold Coast hätte dieser Trend wohl nie so viele Menschen erreicht.

Die anhaltende Fangemeinde brachte zwei offizielle Ableger hervor. „Mako Einfach Meerjungfrau“ startete 2013 mit einem Staffelbudget von 12,3 Millionen australischen Dollar und schrieb Vertriebsgeschichte, denn die Serie sicherte sich als erstes australisches Live-Action-Format einen Netflix-First-Run-Deal und feierte gleichzeitig in mehreren Kernmärkten Premiere.

Serienschöpfer Jonathan M. Shiff nannte das damals „beispiellos, nicht nur für Kinderprogramme, sondern für jede australische Produktion“, die Marke habe damit alles verändert. 2015 folgte mit „H2O: Mermaid Adventures“ eine Zeichentrick-Adaption für ein jüngeres Publikum.

Was aus dem Cast wurde

Aus den drei Hauptdarstellerinnen sind längst gestandene Größen der Branche geworden. Phoebe Tonkin, in H2O als Cleo zu sehen, gewann 2025 den AACTA Award als beste Hauptdarstellerin für die Netflix-Serie „Boy Swallows Universe“. Zusätzlich steht sie als Hauptdarstellerin und Produzentin hinter der Krimiserie „The Dark Lake“.

Claire Holt, damals Emma, zog sich Ende 2025 vorerst aus der Schauspielerei zurück und stellte die Familie in den Vordergrund. 2026 gründete sie das Modelabel „Saint Sirène“.

Cariba Heine wiederum, in der Serie die impulsive Rikki, blieb der australischen Branche treu und steht aktuell für einen neuen Meerjungfrauenfilm vor der Kamera.

Wie es weiterging

Ein echtes Reboot mit dem alten Cast ist bis heute nicht bestätigt. Als geistiger Nachfolger gilt aber ein Spielfilm, der das Genre an der Gold Coast neu beleben will. Werner Film Productions arbeitet an dem Meerjungfrauenfilm „Scales“, gemeinsam mit dem australischen Streamer Stan und der Australian Children's Television Foundation.

So lief die deutsche Ausstrahlung

Nach Deutschland kam die Serie mit einem Jahr Verzögerung. KiKA zeigte die erste Staffel ab dem 30. Juli 2007, hierzulande unter dem Titel „H2O Plötzlich Meerjungfrau“. Die deutschsprachige Fassung entstand bei der Studio Hamburg Synchron in Hamburg, für Dialogbuch und Regie zeichnete Henning Stegelmann verantwortlich.

Wo H2O heute streamt

Wer die Meerjungfrauen zum Jubiläum wiedersehen will, hat in Deutschland reichlich Auswahl. „H2O: Just Add Water“ steht bei gleich drei großen Anbietern bereit.

AnbieterVerfügbarkeitAngebot
RTL+Staffeln 1 bis 3 plus AnimationsserieAbo
NetflixStaffeln 1 bis 3Abo
Amazon Prime VideoStaffeln 1 bis 3Kauf oder Leihen

20 Jahre nach dem ersten Tropfen ins Meer bleibt H2O also griffbereit, und die Chancen stehen gut, dass auch die nächste Generation den Sprung ins Wasser wagt.