Emmy Rossum: Wie ihr die Fans zu gleicher Bezahlung bei Shameless verhalfen
Emmy Rossum erzählt im Podcast „Call Her Daddy“, wie eine ungewollt öffentliche Gehaltsdebatte am Shameless-Set ihr zu gleicher Bezahlung wie ihren männlichen Kollegen verhalf.
Eigentlich wollte Emmy Rossum ihren Gehaltsstreit am Set von „Shameless“ nie öffentlich austragen. Am Ende war genau das der Grund, warum sie ihn für sich entschied.
Ein Zufallsfund auf Twitter
Im Podcast „Call Her Daddy“ erzählte Rossum am Mittwoch, 8. Juli, wie die Sache damals ins Rollen kam. Sie war auf einem Autorenretreat, prokrastinierte und öffnete aus Langeweile Twitter. Dort stieß die heute 39-Jährige auf eine Schlagzeile über einen Stillstand in ihren Gehaltsverhandlungen.
„Da stand eine Schlagzeile, dass wir in einer Sackgasse steckten, und ich war geschockt“, erinnerte sie sich gegenüber Podcast-Host Alex Cooper. Für sie war der Streit eine private geschäftliche Angelegenheit gewesen, mit einer Veröffentlichung habe sie nie gerechnet.
„Shameless“ lief von 2011 bis 2021 über elf Staffeln bei Showtime und basiert auf der gleichnamigen britischen Originalserie. Rossum spielte darin Fiona Gallagher, die älteste Tochter der chaotischen Gallagher-Familie, und stieg nach der neunten Staffel aus der Serie aus.
Ungleiche Bezahlung von Anfang an
Als Rossum für die Rolle besetzt wurde, stand ihr Co-Star William H. Macy als Erster auf dem Call Sheet und verdiente deutlich mehr als sie. Zu diesem Zeitpunkt fand sie diese Differenz noch nachvollziehbar, so Rossum.
Ab Staffel 3 änderte sich ihre Sichtweise, eine gleiche Bezahlung erschien ihr fortan angemessen. Durchsetzen konnte sie sich damit zunächst allerdings nicht.
Während die Serie weiter erfolgreich lief und Rossum selbst als Regisseurin einstieg, forderte sie 2016 erneut Gleichbezahlung, kurz vor dem Start der achten Staffel. „Es wurde ziemlich schnell abgeschmettert, und wir hingen eine Weile in der Schwebe. Ich war mir nicht sicher, ob wir es bekommen würden“, berichtete sie im Podcast.
Solche Forderungen zu stellen sei immer mit Unsicherheit verbunden, fügte sie hinzu.
Wie der öffentliche Druck den Streit entschied
Nachdem die Verhandlungen publik wurden, kippte die Stimmung nach Rossums Worten spürbar. Fans der Serie reagierten überrascht und verständnislos darüber, dass die Hauptdarstellerin nicht längst gleich bezahlt wurde. Mehrere Medien griffen das Thema in eigenen Artikeln auf.
Der Streit löste sich binnen eines einzigen Tages, was Rossum selbst am meisten überraschte. „Es war innerhalb eines Tages geklärt. Ich war geschockt, wirklich geschockt, und ehrlich gesagt sehr, sehr überrascht, dass wir es tatsächlich bekommen haben“, sagte sie.
Rossum betont, es sei ihr nie ums Geld selbst gegangen, sondern um Fairness bei gleicher Arbeit. „Mein Fokus liegt nie auf Geld, sondern auf dem, was fair und richtig ist. Ich glaube, dass Menschen für ihre Arbeit bezahlt werden sollten“, so die Schauspielerin. Besonders freue sie sich darüber, was ihr Fall offenbar für andere Frauen in der Branche bewirkt habe.