„Casino Royale“-Schauspielerin Joanna Pettet ist mit 83 Jahren gestorben
Schauspielerin Joanna Pettet ist mit 83 Jahren gestorben. Bekannt wurde sie durch „Die Clique“, „Casino Royale“ und die Serie „Knots Landing“.
Die Schauspielerin Joanna Pettet ist tot. Nach Angaben ihrer langjährigen Freundin und früheren Managerin Pam DuBois starb sie am Dienstag, 7. Juli, im Alter von 83 Jahren. Eine Todesursache nannte DuBois nicht.
DuBois verkündete den Tod auf Facebook und wies dabei auf ein bitteres Detail hin. Pettet starb genau am 31. Jahrestag des Todes ihres Sohnes Damien Zachary Cord, den sie mit ihrem früheren Ehemann, dem Schauspieler Alex Cord, hatte.
Wir alle haben Jo geliebt, aber es gab jemanden, der sie noch mehr liebte.
Pam DuBois
Durchbruch mit „Die Clique“ und „Casino Royale“
Ihren Durchbruch hatte Pettet 1966 in „Die Clique“, Sidney Lumets Verfilmung von Mary McCarthys Bestseller über eine Gruppe frisch graduierter Studentinnen. Sie spielte Kay, die bodenständigste der wohlhabenden Freundinnen, die einen gewalttätigen Mann heiratet. An ihrer Seite standen unter anderem Candice Bergen, Jessica Walter, Joan Hackett und Shirley Knight.
Ein Jahr später folgte mit „Casino Royale“ einer ihrer bekanntesten Auftritte. In der von der Kritik verrissenen Bond-Parodie von 1967 mit Peter Sellers, David Niven und Woody Allen spielte Pettet Mata Bond, die Tochter von James Bond und der Spionin Mata Hari. Zu ihren weiteren Filmrollen jener Zeit zählte Anatole Litvaks Kriegsdrama „Die Nacht der Generale“ aus dem Jahr 1967.
Eine Karriere vor allem im Fernsehen
Ihre größere Bühne fand Pettet allerdings im Fernsehen. In den Sechzigern und Siebzigern trat sie unter anderem in „Route 66“, „The Doctors“, „Auf der Flucht“, „Dr. Kildare“, „Mannix“, „Banacek“, „Medical Center“, „Police Story“ und „Police Woman“ auf. Vier Episoden entfielen auf „Night Gallery“, die Anthologiereihe, die Rod Serling erdacht hatte.
In den Achtzigern folgten Gastauftritte in „Charlie's Angels“, „Das Traumschiff“ und „Fantasy Island“ sowie in „Knight Rider“. Eine wiederkehrende Rolle hatte sie zudem in der Seifenoper „Knots Landing“. Ihren letzten Filmauftritt hatte sie 1990 in „Terror in Paradise“, den der Billig-Horror-Spezialist Roger Corman produzierte, kurz bevor sie sich aus dem Schauspiel zurückzog.
Von Broadway-Debüt bis zur Nähe zur Tate-Tragödie
Geboren wurde sie als Joanna Jane Salmon am 16. November 1942 in London. Mit 16 Jahren zog sie nach New York, um an der Neighborhood Playhouse und am Lincoln Center Schauspiel zu studieren. Ihr Broadway-Debüt gab sie 1961 in der Komödie „Take Her, She's Mine“ an der Seite von Art Carney und Elizabeth Ashley.
1968 heiratete Pettet den Schauspieler Alex Cord, die Ehe hielt bis 1989. Zeitweise war sie zudem mit den Schauspielern Terrence Stamp und Alan Bates liiert, den sie erstmals am Broadway kennenlernte. Ihre Beziehung zu Bates lebte 2002 noch einmal auf, ein Jahr bevor er an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb und ihr testamentarisch 95.000 britische Pfund hinterließ.
Bekannt wurde Pettet auch durch ihre zufällige Nähe zu einer der dunkelsten Nächte Hollywoods. Am 8. August 1969 besuchte sie gemeinsam mit der Schauspielerin Barbara Lewis ihre Freundin Sharon Tate zum Mittagessen, nur Stunden bevor die Familie um Charles Manson Tate und vier weitere Menschen ermordete.
Quentin Tarantino ließ diese Szene 2019 in „Once Upon a Time in Hollywood“ nachstellen, mit Rumer Willis in der Rolle von Pettet.