Star-Trek-Schauspielerin Antoinette Bower mit 93 Jahren gestorben
Die in Baden-Baden geborene Antoinette Bower, bekannt aus „Star Trek“ und „The Twilight Zone“, ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Ein Rückblick auf ihre Karriere.
Antoinette Bower ist tot. Die in Baden-Baden geborene Schauspielerin starb bereits am Donnerstag, 30. April, in einem Seniorenheim im Stadtteil Eagle Rock von Los Angeles. Das bestätigte ihre Freundin Carlotta Glackin gegenüber dem „Hollywood Reporter“.
Bower wurde 93 Jahre alt. Von ihrem Tod erfuhr die Öffentlichkeit allerdings erst jetzt, mehr als zwei Monate später.
Fans der klassischen Science-Fiction kennen Antoinette Bower vor allem aus zwei Rollen, die bis heute zitiert werden. In der „Star Trek“-Episode „Catspaw“ aus der zweiten Staffel, die im Oktober 1967 debütierte, spielte sie die außerirdische Verführerin Sylvia, eine gestaltwandelnde Wesenheit mit Macht über Materie, an der Seite von William Shatner.
Im gleichen Jahrzehnt trat sie in der „The Twilight Zone“-Folge „Probe 7, Over and Out“ auf, die 1963 in der letzten Staffel der Anthologie-Serie lief. Darin verkörperte sie Eve Norda, eine Frau, die auf einem fremden Planeten strandet und dort auf den Astronauten Adam Cook trifft, den Richard Basehart spielte.
Von Baden-Baden über Toronto nach Hollywood
Antoinette Alexandra Jane Bower kam am 30. September 1932 in Baden-Baden zur Welt, als Tochter einer Deutschen und eines Engländers. Nach ihrer Schulzeit in England arbeitete sie in den späten 1940er-Jahren für die Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen und betreute Menschen, die der Zweite Weltkrieg heimatlos gemacht hatte.
1953 zog Bower zu ihrer Familie nach Kanada und fand in Toronto einen Job beim öffentlich-rechtlichen Sender CBC, wo sie Sendungen moderierte und Drehbücher schrieb.
Den Sprung vor die Kamera schaffte sie Anfang der 1960er-Jahre in Los Angeles, zunächst mit einer nicht im Abspann genannten Nebenrolle in „Mutiny on the Bounty“ an der Seite von Marlon Brando. Danach reihte sich Gastauftritt an Gastauftritt, unter anderem in „Perry Mason“, „Bonanza“, „Hawaii Five-O“, „Mission: Impossible“, „Columbo“ und „Murder, She Wrote“.
1983 gehörte sie zur Besetzung der Miniserie „The Thorn Birds“.
Vom Horrorfilm bis zur Ranch in British Columbia
Auf der großen Leinwand übernahm Bower 1972 die Hauptrolle in dem auf den Philippinen gedrehten Horrorfilm „Superbeast“. 1980 spielte sie im Slasher-Klassiker „Prom Night“ die Mutter der von Jamie Lee Curtis verkörperten Figur und die Ehefrau von Leslie Nielsen. Vier Jahre später übernahm sie im Actionthriller „The Evil That Men Do“ das Entführungsopfer von Charles Bronson.
Ihre letzte durchgehende Rolle spielte Bower von 1989 bis 1992 in der kanadischen Serie „Neon Rider“. Drei Staffeln lang verkörperte sie dort Fox Devlin, eine Vertraute von Dr. Michael Terry auf einer Ranch für traumatisierte Jugendliche in British Columbia. Danach zog sich die Schauspielerin weitgehend aus dem Geschäft zurück.
Ein zweites Leben als Schreinerin
Nebenbei erlernte Bower das Schreinerhandwerk am Santa Monica College und arbeitete über Jahre bei Home Depot, wo sie maßgefertigte Schränke und Regale baute. Ihre Verbindung zu „Star Trek“ riss dabei nie ab. Laut Glackin erhielt Bower bis zuletzt Fanpost von Serienfans, und William Shatner schrieb der Familie nach ihrem Tod persönlich sein Beileid.
Bower war von 1963 an mit dem aus Texas stammenden Pop-Art-Künstler James Gill verheiratet, ehe sich beide später scheiden ließen.