Anthony Hopkins startet mit 88 Jahren eine Karriere als Komponist
Anthony Hopkins unterschreibt bei Decca Classics und veröffentlicht sein Debütalbum als klassischer Komponist. Alle Infos zu „Life is a Dream“.
Anthony Hopkins hat sein halbes Leben als Hollywoods bevorzugter Bösewicht verbracht. Mit 88 Jahren wagt der zweifache Oscarpreisträger jetzt einen Schritt, den ihm kaum jemand zugetraut hätte, denn er wird nun klassischer Komponist.
Ein Plattenvertrag mit 88
Das britische Klassiklabel „Decca Classics“ hat Hopkins unter Vertrag genommen. Sein Debütalbum „Life is a Dream“ erscheint am Freitag, 21. August, und versammelt Kompositionen, an denen der Schauspieler nach eigenen Worten sein ganzes Leben gearbeitet hat.
Eingespielt haben die Stücke das Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Gustavo Dudamel, einem der gefragtesten Dirigenten der Gegenwart. Hopkins nannte Musik in einer Mitteilung des Labels „meinen ersten Wunsch, mein allererstes Verlangen“.
Er komponiere schon sein ganzes Leben, ergänzte er. „Manche dieser Stücke begleiten mich seit Jahrzehnten, und ich kehre immer wieder zu ihnen zurück“, erklärte der Waliser laut Decca.
Waliser Wurzeln und eine Debütsingle
Laut Decca ziehen die Kompositionen ihre Inspiration aus Hopkins Familie, seiner walisischen Heimat und einem Leben voller Erfahrungen. Das Label beschreibt „Life is a Dream“ als das bislang persönlichste musikalische Projekt des „Thor“-Darstellers.
Mehrere Stücke greifen laut Decca direkt auf seine Kindheitslandschaften in Wales zurück, andere spiegeln wichtige Menschen und Erlebnisse aus seinem Leben wider. Die erste Singleauskopplung „Bracken Road“ aus der Suite „1947, Suite for Solo Piano and Orchestra“ erschien bereits am Freitag vergangener Woche.
Ein Leben zwischen Leinwand und Notenblatt
Hopkins blickt auf 65 Jahre Schauspielkarriere zurück. Zwei Oscars holte er sich für seine Rolle als „Hannibal Lecter“ in „Das Schweigen der Lämmer“ und für den Part des dementen Vaters in „The Father“.
Dazu kommen vier BAFTAs, zwei Primetime Emmys und ein Cecil B. DeMille Award der Golden Globes. Die Rituale des Filmgeschäfts mochte der Waliser trotzdem nie sonderlich.
2012, kurz bevor er seinen zweiten Oscar gewann, nannte er es gegenüber der Huffington Post „ziemlich widerlich“, wie sehr sich Stars um die Gunst der Academy bemühen müssten.
Kein Einzelfall in Hollywood
Hopkins reiht sich damit in eine wachsende Liste von Stars, die nach Jahrzehnten vor der Kamera völlig neue Wege einschlagen. Dolly Parton kündigte kürzlich ihr Broadway-Musical „Dolly, A True Original Musical“ an, Nicole Kidman will nach dem Tod ihrer Mutter als Sterbebegleiterin arbeiten. Der „Sex and the City“-Darsteller Jason Lewis wiederum zog nach Costa Rica und schrieb dort eine neunbändige Fantasyreihe.