BESTENLISTE

Die besten Serien 2026: Unsere Top 10 der ersten Jahreshälfte

Die zehn besten Serien des Jahres 2026 bisher. The Pitt, Beef, A Knight of the Seven Kingdoms und mehr auf Netflix, HBO Max, Disney+ und Prime Video.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 27. Juni 2026

Veröffentlicht am Samstag, 27. Juni 2026 · 5 Min. Lesezeit

Sechs Monate, zehn Serien, keine schwache Staffel dabei. 2026 hat sich zur Jahresmitte als eines der stärksten Serienjahre der jüngeren Vergangenheit erwiesen. HBO Max lieferte gleich zwei der überzeugendsten Beiträge, Netflix setzte eine Emmy-Anthologie mit komplett neuem Ensemble fort, und auf Disney+ feierten gleich zwei Kultserien ein bemerkenswertes Comeback.

Die folgende Wertung zeigt die zehn besten Serien des bisherigen Jahres, unabhängig von Plattform und Genre. Die Reihenfolge ist eine echte Wertung, kein Zufallsmix.

The Pitt, Staffel 2

„The Pitt“ ist schon im zweiten Jahr das maßgebliche Krankenhaus-Drama im Serienfernsehen, und Staffel 2 legt noch einmal nach. Noah Wyle, bekannt als Dr. Carter aus dem Original „Emergency Room“, spielt Dr. Robbie als Mann, der sich trotz allem zusammenhält und dabei sichtbar zerbricht. Die zweite Staffel spielt an einem Unabhängigkeitstag und wirft das Team im Echtzeit-Format in neues Chaos, das diesmal Sucht, Missbrauch, politische Gewalt und Rassismus umfasst. Was die Serie auszeichnet, ist, dass sie bei all dieser Schwere nie den Boden unter den Füßen verliert. Die jüngeren Ärzte sorgen für Momente echter Wärme, und die Hoffnung, die viele Figuren antreibt, bleibt konstant spürbar. HBO Max.

Beef, Staffel 2

„Beef“ war schon als erste Staffel ein Phänomen, und die Fortsetzung auf Netflix bewegt sich auf ähnlichem Niveau. Showrunner Lee Sung Jin wechselt das Ensemble komplett aus. Neu dabei sind Oscar Isaac und Carey Mulligan als junges Paar, das ein wohlhabendes Ehepaar mit einem kompromittierenden Video erpresst, dazu kommen Charles Melton und Cailee Spaeny. Was als Machtspiel beginnt, eskaliert zur vollständigen Konfrontation. Die dunkle Tragikomödie wechselt zwischen bitterkomisch und unangenehm dunkel, ohne je die Balance zu verlieren. Staffel 2 erreicht nicht ganz die Energie der ersten, ist aber immer noch besser als fast alles andere, was 2026 bisher zu bieten hatte. Netflix.

A Knight of the Seven Kingdoms

Wer nach „House of the Dragon“ noch ein weiteres Game-of-Thrones-Spin-off mit Skepsis beäugt, dem sei diese Serie ausdrücklich empfohlen. „A Knight of the Seven Kingdoms“ spielt rund 100 Jahre vor den Ereignissen der Hauptserie und erzählt die Geschichte des gutmütigen Ritters Dunk, gespielt von Peter Claffey, und seines jungen Knappen Egg, gespielt von Dexter Sol Ansell. Die Serie ist kleiner, figurenzentrierter und ohne die epische Überwältigung der Vorgänger. Westeros ist da, die politischen Intrigen brodeln im Hintergrund, aber der eigentliche Kern ist die Beziehung zwischen zwei Menschen, die einfach bei Ritterturnieren antreten und ihren Weg machen wollen. Für die Franchise ein erstaunlich frisches Angebot. HBO Max.

Shrinking, Staffel 3

„Shrinking“ ist seit dem ersten Tag eine der wärmsten Serien im aktuellen Fernsehen, und Staffel 3 setzt den Maßstab nochmals höher. Jason Segel spielt den Psychotherapeuten Jimmy, der nach dem Tod seiner Frau versucht, wieder in sein Leben zurückzufinden, während sich das Leben seines Freundeskreises und seiner Tochter in klassisch Bill-Lawrence-Manier miteinander verwebt. Der eigentliche Coup dieser Staffel ist Harrison Ford in der vielleicht besten Leistung seiner Karriere. Das ist keine leere Begeisterung, sondern eine konkrete Beobachtung. Ford liefert als sarkastischer, warmherziger Vater-Ersatz eine Mischung aus Trockenheit und echter Verletzlichkeit, die den Atem verschlägt. Apple TV.

The Testaments, Die Zeuginnen

Ob eine Fortsetzung von „The Handmaid's Tale“ nach dieser Laufzeit überhaupt noch nötig war, durften viele bezweifeln. Die Antwort lautet ja, wenn sie so umgesetzt wird. „The Testaments: Die Zeuginnen“ basiert auf Margaret Atwoods gleichnamigem Roman und spielt 15 Jahre nach dem Finale der Vorgängerserie. Die Geschichte rückt die nächste Generation in Gilead ins Zentrum, angeführt von Chase Infiniti in einer Glanzleistung. Was die Serie trägt, ist die Mischung aus Coming-of-Age-Drama und der Analyse, wie repressive Machtstrukturen sich in der Bevölkerung festsetzen. Ann Dowd ist ebenfalls wieder dabei. Ob die Dringlichkeit über mehrere Staffeln hält, bleibt zu beweisen, aber der Start überzeugt. Disney+.

Spider-Noir

„Spider-Noir“ ist auf dem Papier eine seltsame Idee, die in der Umsetzung vollständig aufgeht. Nicolas Cage spielt eine Alternativversion von Spider-Man als verbitterter Privatdetektiv im New York der 1930er Jahre, in einer von Korruption durchzogenen Welt direkt aus einem Raymond-Chandler-Roman. Die Serie ist in Schwarz-Weiß gedreht, und Cage setzt die Figur mit der nötigen Schwere um. Viele von Spideys Schurken tauchen in dieser Ära in neuer Interpretation auf. Was herauskommt, ist ein stimmungsvoller Noir-Krimi, der beweist, dass es im Superhelden-Genre noch unausgeschöpfte Erzählräume gibt. Amazon Prime Video.

Scrubs (2026)

Sechzehn Jahre nach der letzten Folge kehrt „Scrubs“ zurück, und das Revival ist kein nostalgischer Lückenfüller. Zach Braff übernimmt erneut JD, der nun Chefarzt im Sacred Heart wird und dabei keineswegs weniger in Tagträumen verloren ist als früher. Sarah Chalke und Donald Faison sind ebenfalls zurück, und die Chemie zwischen dem Ensemble wirkt, als wäre nie eine Pause gewesen. Die Figuren haben sich weiterentwickelt, tragen das Gewicht der Jahre mit sich und sind gerade deshalb interessanter als zuvor. Das Ziel war offensichtlich nicht Nostalgie um jeden Preis, sondern eine echte Fortsetzung. Das gelingt. Disney+.

Hacks, Staffel 5

„Hacks“ verabschiedet sich mit der finalen fünften Staffel, und dieser Abschied fühlt sich nicht wie ein erzwungenes Ende an, sondern wie ein konsequentes. Jean Smart als alternde Las-Vegas-Komikerin Deborah und Hannah Einbinder als ihre junge Autorin Ava haben in dieser Staffel ihre bisher stärksten Momente. Die Serie war von Anfang an eine der präzisesten Auseinandersetzungen mit Frauen in der Unterhaltungsbranche, mit Humor als Waffe und Seziermesser zugleich. Die fünfte Staffel zieht die Schraube noch ein Stückchen weiter an. Wer die vorherigen Staffeln nicht kennt, sollte jetzt einsteigen, bevor die Erinnerung an das Finale noch frisch ist. Mehrere Emmy-Nominierungen für 2026 sind bereits absehbar. HBO Max.

Invincible, Staffel 4

Vier Staffeln und kein Ermüdungszeichen. „Invincible“ setzt nach dem verwüstenden Invincible-Krieg der dritten Staffel mit einer neuen Weltordnung ein, die neue Konflikte erzwingt. Steven Yeun und J.K. Simmons liefern als Stimmen von Mark Grayson und Omni-Man erneut die emotionale Tiefe, die diese Erwachsenen-Animationsserie von anderen abhebt. Die Handlung basiert auf Robert Kirkmans Comic und behandelt moralische Graubereiche mit einem Ernst, den das Genre selten aufbringt. Die Animation ist in dieser Staffel an einigen Stellen etwas weniger sicher als zuvor, aber das ist eine Kleinigkeit angesichts der erzählerischen Qualität. Brutal, tragisch und überraschend oft auch komisch. Amazon Prime Video.

Star Wars, Maul - Shadow Lord

Für alle, die eine Star-Wars-Serie ohne Grogu suchen, ist „Star Wars: Maul - Shadow Lord“ der richtige Einstieg. Dave Filoni erzählt, wie Darth Maul nach den Klonkriegen versucht, ein kriminelles Syndikat aufzubauen, während das Galaktische Imperium seinen Schatten über alles legt. Sam Witwer leiht der Figur eine Stimme, die Hass und Überzeugung mit einer Intensität bündelt, die gelegentlich tatsächlich beunruhigend wirkt. Maul ist seit Jahren eine der unerwarteten Figuren im Star-Wars-Kanon, und diese Serie gibt ihm den Raum, den er verdient. Eine zweite Staffel ist bereits bestätigt, was angesichts eines Endes, das mehr Fragen aufwirft als beantwortet, kein Fehler ist. Disney+.